
Der Diabetes mellitus ist eine sehr häufige Erkrankung in den Industrieländern. In Deutschland gibt es ungefähr 6 Millionen Diabetiker, die Zahl ist steigend. Die Diabeteserkrankung ist charakterisiert durch viele unterschiedliche Krankheitsverläufe und Schweregrade sowie durch eine Vielzahl von Komplikationen, die im Laufe der Erkrankung auftreten können. Daher ist es wichtig, dass Diabetiker umfassend betreut werden, aber auch durch Schulungsmaßnahmen in die Lage versetzt werden, mit ihrer Erkrankung besser umgehen zu können.
Unsere Klinik ist seit dem Jahre 2005 anerkannte Einrichtung der Deutschen Diabetesgesellschaft zur Behandlung von Typ 1- und Typ 2-Diabetikern. Hierfür haben wir eine Diabetesschulungsstation auf der Station S 32 unseres Hauses eingerichtet. Hier arbeiten neben 3 Diabetologen DDG zwei Diabetes-beraterinnen, eine Podologin, eine ausgebildete Ernährungsberaterin sowie entsprechend ausgebildetes Pflegepersonal, um den hohen Ansprüchen der Diabetesversorgung gerecht werden zu können. Diese Station wird von oberärztlicher Seite durch Herrn Hjalmar Koppatz betreut, der als Diabetologe die ärztliche fachliche Betreuung sicherstellt. Unsere zwei Diabetesberaterinnen führen täglich Einzelschulungen und auch Gruppenschulungen durch, um die Patienten in die Lage zu versetzen, selbständig und problemorientiert mit ihrer Erkrankung umgehen zu können. Wir legen großes Augenmerk darauf, die Patienten in die Lage versetzen zu können, selbständig Insulininjektionen und Blutzuckerkontrollen durchzuführen sowie auf entsprechende Entgleisungen des Stoffwechsels reagieren zu können. So wird für jeden Diabetiker eine sehr individuell angepasste Therapie in die Wege geleitet.
Seit 2007 sind die Klinikdiabetologen auch im Medizinischen Versorgungszentrum, das dem Krankenhaus unmittelbar benachbart ist, ambulant tätig. Somit ist eine kontinuierliche Weiterbehandlung der Diabetespatienten gewährleistet und es ist die Voraussetzung gegeben, das gerade bei der Diabetikerbetreuung notwendige enge Arzt-Patienten-Verhältnis auch im ambulanten Sektor weiterführen zu können.
Oft ist die Erkrankung des Diabetes mellitus von anderen schwerwiegenden Erkrankungen begleitet. Insbesondere Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Gicht sowie Erkrankungen der Gefäße treten gehäuft gemeinsam auf. Spätfolgen der Erkrankung äußern sich z. B. in Gefäßkomplikationen wie der coronaren Herzerkrankung, in peripheren Durchblutungsstörungen, in Augenproblemen sowie in Nieren- und Nervenschädigungen. Auf die Erkennung dieser Spätschäden wird besonderes Augenmerk gelegt.
In Zusammenarbeit mit niedergelassenen Kollegen unserer Region führen wir seit diesem Jahr auch Schulungen ambulant durch. Hierfür wurde eigens ein Schulungsverein gegründet. In diesen Schulungen werden die Betroffenen über ihre Erkrankung informiert, erhalten viele praktische Tipps und Tricks, insbesondere die Insulintherapie betreffend. Jeder Patient wird hierzu individuell mit entsprechenden Pens und Stixgeräten ausgestattet. Die Ernährung wird in Zusammenarbeit mit den Diabetesberaterinnen sehr individuell auf die Bedürfnisse und die jeweiligen Tagesabläufe der einzelnen Diabetiker abgestimmt. Die Patienten werden angeleitet, auch selbständige Kontrollen hinsichtlich möglicher Spätfolgen durchführen zu können.