Wenn irgend möglich, werden Operationen bei Kindern über einem Jahr ambulant oder tagesklinisch durchgeführt.
Grundsätzlich sind Komplikationsmöglichkeiten bei Kindern und Erwachsenen vergleichbar. Atmungsprobleme sind auf Grund des empfindlicheren Atemwegsystems bei Kindern allerdings häufiger. Zur Vermeidung ernsthafter Komplikationen ist die Infektfreiheit wesentliche Voraussetzung. Sollten Sie unsicher sein, ob Ihr Kind sich einer geplanten Operation unterziehen kann, so stehen wir Ihnen über unser Anästhesiesekretariat jederzeit gerne zur Verfügung.
Brillen, Kontaktlinsen, herausnehmbare Zahnspangen etc. bitte nicht in den Operationssaal mitbringen. Piercings entfernen, da die Blutstillung durch Elektrokoagulation (elektrische Verschorfung von kleinen Blutgefäßen) sonst zu Verbrennungen führen kann.
Bitte fragen Sie uns, wenn Sie unsicher sind.
6 Stunden vor einem geplanten Eingriff darf nichts mehr gegessen oder getrunken werden.
Dies bedeutet auch den Verzicht auf Süßigkeiten oder Kaugummis.
Säuglinge dürfen 4 Stunden vor einer Narkose nicht mehr gestillt/gefüttert werden. Die letzte Gabe von Tee sollte bei Säuglingen mindestens 2 Stunden zurückliegen.
Sollten Sie nicht ganz sicher sein, ob Ihr Kind nicht doch noch etwas genascht oder getrunken hat, teilen Sie uns dies bitte unbedingt mit. Eventuell muss dann die Narkose aus Sicherheitsgründen verschoben werden.
Vor jeder Narkose wird mit den Eltern ein ausführliches Aufklärungsgespräch geführt. Die Kinder erhalten in der Regel ein Beruhigungsmittel, bevor sie in den Operationssaal gebracht werden. Zusätzlich wird eine Betäubungscreme auf die Haut gegeben, die das Anlegen der erforderlichen Infusion praktisch schmerzfrei macht.
Kinder erhalten das Beruhigungsmittel in der Regel ca. 30 Minuten vor Operationsbeginn als Klistier oder Tablette. Nach Einsetzen der Wirkung können Sie das schläfrige Kind bis an die OP-Tür begleiten und übergeben es in die Obhut des Anästhesie-Teams.
Die Narkoseeinleitung erfolgt bei Kleinkindern in aller Regel über das Einatmen von Narkosegasen über eine Gesichtsmaske, was nach wenigen Atemzügen zum Schlaf führt. Je nach Art des Eingriffes wird die Narkose dann in den meisten Fällen durch die Zufuhr von Narkosegasen über eine Kehlkopfmaske (Larynxmaske) oder über einen Beatmungsschlauch (Tubus) in der Luftröhre (Intubation) weitergeführt. Ein intravenöser Zugang (Venenverweilkanüle) dient der Zufuhr von notwendigen Medikamenten und Flüssigkeiten.
In der Klinik werden die Kinder nach dem Eingriff durch kompetentes Fachpflegepersonal im Aufwachraum weiter betreut, bis die Narkosewirkung abgeklungen ist. Anschließend erfolgt die Verlegung auf die Station oder bei ambulanten Operationen, auf die Tagesstation.
Die Entlassung nach ambulanten Eingriffen erfolgt in aller Regel nach 3 bis 5 Stunden, wenn die Wirkung der Narkose vollständig abgeklungen ist und ein Narkosearzt das Kind abschließend besucht hat.
Nähere Informationen zu Verhaltensweisen vor und nach ambulanten Eingriffen erteilen die jeweiligen behandelnden Ärzte (HNO-Arzt, Urologe, Chirurg).