Gardelegen/Salzwedel. „Damit Ihre Hände immer einen sauberen Platz haben!“ Mit diesem Slogan, in Verbindung mit einer Handvoll selbst gebackener und frisch verpackter Plätzchen, die passenderweise auch noch die Form von Händen hatten, machte das Hygieneteam der Altmark-Klinikum GmbH in den Krankenhäusern in Gardelegen und Salzwedel anlässlich des Tages der Händehygiene auf die Bedeutung einer sorgsamen Händehygiene aufmerksam.
Diese ist sogar so relevant, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit dem Jahr 2009 jährlich den 5. Mai als Internationalen Tag der Händehygiene ausruft. Dabei ist das Datum bewusst gewählt: 5.5. „Die Ziffern symbolisieren die jeweils fünf Finger unserer Hände“, erklärt Dr. med. Ines Mewes, Leiterin der Stabsstelle Hygiene der Salus Altmark Holding. Dabei sei jedem Finger eine Indikation für die Desinfektion der Hände zugewiesen: Vor dem Patientenkontakt, vor aseptischen Tätigkeiten, nach dem Kontakt mit potenziell infektiösem Material, nach dem Patientenkontakt, nach dem Kontakt mit der direkten Patientenumgebung. Der Aktionstag dient dazu, die Mitarbeiter aller Bereiche, die mit Patienten oder der Patientenumgebung zu tun haben – besucht wurden unter anderem Ergo- und Physiotherapien, die einzelnen Kliniken, Reinigung, Küche, Tagesklinik, Cafeteria, Fachärztliches Zentrum, Radiologie, Labor, Notaufnahme – für eine sorgsame Händehygiene zu sensibilisieren. Denn: „Eine gründliche Händedesinfektion schützt vor Erregern und davor, diese an andere weiterzugeben.“
Zudem nutzen Eileen Winkler, Hygienefachkraft im Krankenhaus Salzwedel, und Cordula Iser, Hygienefachkraft in Ausbildung im Krankenhaus Gardelegen, sowie die Hygieneärztin die Aktion, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf den richtigen Einsatz von Einmalhandschuhen aufmerksam zu machen. „Nach der Corona-Pandemie hat der Verbrauch von Einmalhandschuhen im medizinischen Bereich deutschlandweit deutlich zugenommen“, berichtet Dr. Ines Mewes. Dabei sei oft gar keine Indikation gegeben. Wenn beispielsweise ein Patient im Haus transportiert werde, sei das Tragen von Einmalhandschuhen unnötig. „Wichtiger ist die Händedesinfektion nach dem Kontakt“, so die Ärztin. Auch wenn zum Beispiel eine Blutdruckmessung durchgeführt wird: „Bei einem Patienten, der nicht von multiresistenten Erregern besiedelt ist, sind Handschuhe überflüssig.“ Außerdem ersetzen Handschuhe die Händedesinfektion nicht. Dr. Mewes verdeutlicht: „Wenn man beim Patientenkontakt Handschuhe getragen hat, ist hinterher trotzdem eine Händedesinfektion nötig.“ Überdies können mit dem bedachten Einsatz von Einmalhandschuhen Ressourcen und die Umwelt geschont werden. „Jeder benutzte Einmalhandschuh kommt in die Mülltonne und muss entsprechend entsorgt werden.“
Die bunt gestaltete Hygienehand, die jede verteilte Plätzchentüte zierte und nun die ein oder andere Pinnwand in den Klinikumsbereichen schmückt, soll die Mitarbeitenden daran erinnern, damit ihre Hände „immer saubere Plätzchen bleiben“. Die Kekse waren übrigens von Cordula Iser gebacken worden, die dafür an mehreren Tagen nach Feierabend in ihrer Küche gestanden hatte.



