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Unsere aktuellsten Meldungen

  • 15.10.2021 | Heute einmal mehr ans Händewaschen denken

    Ein Gespräch mit Dr. Ines Mewes und Steffi Verter zum Internationalen Tag des Händewaschens am 15. Oktober

    Gardelegen. Händewaschen ist nicht erst seit Corona eine wirksame Maßnahme, um Krankheitserreger wie Viren unschädlich zu machen. Deshalb wurde bereits im Jahr 2008 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Internationale Tag des Händewaschens ins Leben gerufen und seitdem immer am 15. Oktober begangen. Aus diesem Anlass sprachen wir mit der Leiterin der Stabsstelle Hygiene der Salus Altmark Holding, Dr. Ines Mewes, und der Hygienefachkraft im Altmark-Klinikum Gardelegen, Steffi Verter.

    Für wie sinnvoll erachten Sie einen Internationalen Tag des Händewaschens?
    Dr. Ines Mewes:
    Es kommt darauf an, wen man dafür sensibilisieren will. Für die Bevölkerung halte ich einen Tag des Händewaschens als sehr sinnvoll und im Rahmen der Lebensmittelhygiene auch. Im Krankenhaus ist die Händedesinfektion das größere Thema. Hier verhält es sich erwiesenermaßen eher so, dass zu häufiges Händewaschen, so wie man es vor Jahren durchaus propagiert hat, eher dazu führt, dass die Haut geschädigt wird. Das heißt, Ärzte und Pflegekräfte müssen sich unter anderem vor und nach jedem Patientenkontakt die Hände desinfizieren. Indikationen fürs Händewaschen gibt es im Krankenhaus vor Arbeitsbeginn, nach Toilettenbenutzung, vor dem Essen, nach Verschmutzung  der Hände und bei besonderen Infektionskrankheiten wie Clostridien (Bakterien, die im Dickdarm eine Infektion auslösen können).

    Können Sie sagen, wie oft sich ein Arzt oder eine Pflegefachkraft im Arbeitsalltag schätzungsweise die Hände wäscht?
    Steffi Verter:
    Bei normalen Gegebenheiten nicht öfter als zehnmal am Tag. Früher war das ganz anders, da wurde geschrubbt und gebürstet. Es hat sich dann aber herausgestellt, dass dadurch die Schutzvorrichtung  der Haut zerstört wurde und sie angreifbarer für Mikroorganismen machte. Das passiert mit der Händedesinfektion nicht. Im Krankenhaus geht es ja darum, die Keime  zu reduzieren, die die Haut eines jeden Menschen besiedeln. Und die bekommt man zu 97 Prozent nur mit Händedesinfektion weg. Bei anderen Viren ist das Händewaschen aber noch zusätzlich nötig, weil diese auch Sporen ausbilden. Sporen bekomme ich nur durch eine mechanische Reinigung weg. Dann muss man im Krankenhaus die Hände aber trotzdem noch desinfizieren, und zwar vor und nach jedem Patientenkontakt.

    Warum, sind nach einer Desinfektion die Keime nicht abgetötet?
    Dr. Ines Mewes:
    Doch, für den Moment schon, da erreiche ich eine Keimreduktion. Aber steril sind die Hände nie. Ab dem Moment, in dem man die nächste Türklinke anfasst oder dem Patienten guten Tag sagt, hat man schon wieder irgendeinen Keim aufgenommen. Das sind durchaus Keime, die normal sind, die der Patient von seiner Häuslichkeit mitgebracht hat und auch haben darf. Damit die im Krankenhaus aber nicht zum nächsten Patienten getragen werden, muss wieder eine Händedesinfektion durchgeführt werden.

    Ist Desinfektion dann nicht auch für die Bevölkerung besser als das Händewaschen? 
    Steffi Verter:
    Nein, ist es nicht. Desinfektion zerstört die Mikroorganismen, die wir zu Hause haben. Diese Mikroorganismen gehören dort hin, die braucht der Körper, um ein Immunsystem aufzubauen. Deshalb sollte man zu Hause, wenn es nötig ist, viel öfter die Hände waschen aber nicht desinfizieren. 
    Dr. Ines Mewes: Händedesinfektion ist dann sinnvoll, wenn man zum Beispiel einen Angehörigen im Krankenhaus besuchen möchte. Dafür haben wir im Altmark-Klinikum an den Eingängen der Krankenhäuser und auf den Stationen Desinfektionsmittelspender installiert. Die sollte man übrigens auch beim Verlassen des Krankenhauses benutzen.  Aber im Alltag ist Händewaschen wirklich völlig ausreichend.

    Und wie wäscht man sich wirkungsvoll die Hände?
    Dr. Ines Mewes:
    Zuerst die Hände anfeuchten, dann die Seife nehmen und die Hände eine halbe Minute lang einschäumen. Und nebenbei das Wasser bitte nicht laufen lassen.
    Steffi Verter: Wer Kinder im Kindergarten hat, kann sich das zeigen lassen, denn in den Einrichtungen wurde das viel und gut geübt, als uns das Corona-Virus in Deutschland erreicht hatte.

     

     

     

     

  • 08.10.2021 | Neuropädiatrische Spezialambulanz öffnet in Gardelegen

    Am Montag, 18. Oktober, eröffnet Prof. Dr. Gerhard Jorch, ehemaliger Direktor der Universitätskinderklinik Magdeburg, als Kinderneurologe im Altmark-Klinikum Gardelegen eine Neuropädiatrische Spezialambulanz. Das Angebot der medizinischen Versorgung von Kindern rund um das Altmark-Klinikum und dem Fachärztlichen Zentrum wird mit der von ihm fachlich ausgerichteten Kinderarztpraxis vielseitig ergänzt.

    Gardelegen. „Wir sind sehr froh und überaus dankbar, dass Professor Jorch nach Gardelegen gekommen ist, um unser pädiatrisches Versorgungsangebote mit seiner Praxis zu ergänzen“, sagt Dr. Michael Schoof, Medizinischer Geschäftsführer der Altmark-Klinikum gGmbH.

    Prof. Dr. Jorch hat bis zum Jahr 2018 die Universitätskinderklinik Magdeburg als Direktor geleitet. Darüber hinaus prägte der Kinderneurologe mit seinen berufspolitischen und gesellschaftlichen Aktivitäten die kinderärztliche, insbesondere die neonatologische Entwicklung Deutschlands bis heute entscheidend. Die Resultate mehrerer Studien zum „Plötzlichen Kindstod“ in den 1980ern unter Leitung Jorchs dienten als Grundlage, um die Sterblichkeit im ersten Lebensjahr im Untersuchungsgebiet Nordrhein-Westfalen erheblich zu senken. Neben seiner Tätigkeit als Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie in Magdeburg übernahm er im Zeitraum von 1998 bis 2003 im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung die Leitung des Arbeitskreises zur Senkung der Säuglingssterblichkeit in Sachsen-Anhalt. Für seinen Einsatz zur Verhütung des „Plötzlichen Kindstodes“ wurde Prof. Dr. Jorch 2004 mit dem Meinhard von Pfaundler-Präventionspreis der Stiftung Kindergesundheit ausgezeichnet. Als einer der besten Neonatologen Deutschlands wurde er 2017 vom Magazin „Focus Gesundheit“ vorgestellt. Er teilte sich mit zwei weiteren Pädiatern den 1. Platz.

    Seit 2018 betreut der Mediziner zwei Mutter-Kind-Zentren mit insgesamt 30.000 Geburten pro Jahr in China; in Chongqing mit 35 Mill. Einwohner die größte Stadt Chinas und in Lianyungang, der zweitgrößten Hafenstadt Chinas. „Dank Internet und Telemedizin ist das auch während der Corona-Pandemie möglich“, bilanziert der erfahrene Kinderarzt und Neonatologe. Begleitet wird er in seinem Aufgabengebiet von Hui Ma aus China. Die Ärztin konnte er zur Unterstützung in der Korrespondenz und für die Organisation gewinnen. Bereits vor der Pandemie nutzte der Mediziner modernste Kommunikationstechnologien, um mit seinen Kolleg*innen in China zu kommunizieren: „Für eine qualitative Behandlung und Therapie ist ein direkter Patientenkontakt nicht durchgehend notwendig“, sagt er und fügt hinzu: „Es ist dem technischen Fortschritt zu verdanken, dass ich Kinder per Videoclips oder per VooV (chin. Videokonferenz-software) genauso gut begutachten und beobachten kann, wie direkt vor Ort. Das macht in den meisten Fällen keinen Unterschied für eine Diagnostik oder für eine Empfehlung der Medikation“, so Jorch. Seine zukünftigen Patient*innen aus Gardelegen und Umgebung profitieren nicht nur von seiner ausgezeichneten Expertise, sondern auch von einem ausgebauten großen Netzwerk, welches eine medizinische pädiatrische Versorgung zusätzlich qualitativ absichern kann. Von Gardelegen aus sind die jeweils am besten qualifizierten Spezialkliniken z. B. in Magdeburg, Berlin, Wolfsburg, Hannover, Halle und Leipzig für ernsthafte Kinderkrankheiten in Pkw-Distanz gut erreichbar.

    Eine Terminvergabe für die Sprechstunde erfolgt von montags bis donnerstags in der Zeit von 08:00 bis 09:00 Uhr und freitags von 8:00 bis 09:30 Uhr unter der Rufnummer 03907 79-1341 (Ansprechpartnerin Bianka Kulow). Prof. Dr. Jorch wird die Praxis nach Bedarf an vier, fünf oder sechs Tagen im Monat öffnen. Zu seinen Behandlungsgebieten gehören unter anderem Kopfschmerzen, epileptische und andere Anfälle, Entwicklungs- und Bewegungsstörungen, Folgen von Geburtskomplikationen und Betreuung nach Frühgeburt. 

    Am Montag, 18. Oktober, startet Prof. Dr. Gerhard Jorch seine Tätigkeit in der Neuropädiatrischen Spezialambulanz. Die Räumlichkeiten sind in der Tiefparterre (Kellergeschoss) des Hauptgebäudes zu finden. Bei Bedarf helfen die Mitarbeitenden des Empfangs sehr gern weiter. Um 17:30 Uhr beginnt ein Informationsabend zum Thema „Kopfschmerzen im Kindesalter“. Dazu sind Eltern aber auch weitere Interessenten aus der Bevölkerung, Arztpraxen sowie Bildungs- und Fördereinrichtungen willkommen. Die Teilnehmeranzahl ist begrenzt. Daher wird um eine telefonische Voranmeldung unter 03907/ 79-1341 bzw. per E-Mail an b.kulow(at)altmark-klinikum.de (Ansprechpartnerin Bianka Kulow) gebeten. Die Veranstaltung findet im großen Konferenzraum in der 4. Etage im Hauptgebäude statt.

Wissenswertes aus unserem Altmark-Klinikum zum Weltherztag

  • 29.09.2021 | Was tun, wenn das Herz aus dem Takt ist?

    Am 29. September ist der Weltherztag. In diesem Jahr stehen Herzrhythmusstörungen im Fokus des gesundheitsrelevanten Aktionstages. Dr. med. Stefan Rossa, Chefarzt der Klinik für Kardiologie im Altmark-Klinikum Salzwedel, erklärt, welche Symptome zu beobachten sind und welche Ursachen dieses Krankheitsbild beeinflussen können.

    Salzwedel. „Zu den am häufigsten auftretenden Herzrhythmusstörungen gehört das Vorhofflimmern“, erklärt Chefarzt Dr. med. Stefan Rossa, Chefarzt der Klinik für Kardiologie im Altmark-Klinikum Salzwedel. Vorhofflimmern verursacht nicht unbedingt Beschwerden. „Sollten Brustschmerzen allein oder mit unregelmäßigem Herzschlag auftreten, ist nicht nur eine ärztliche Untersuchung, sondern gegebenenfalls auch eine notfallmäßige Vorstellung im naheliegenden Krankenhaus zu empfehlen“, rät der Chefarzt. Auch Luftnot, Leistungseinbruch, Kollaps oder neurologische Störungen können zur Symptomatik gehören.

    Die Ursachen von Herzrhythmusstörungen sind vielfältig. Sie sind oft kombiniert mit strukturellen Herzerkrankungen wie zum Beispiel der Koronaren Herzkrankheit oder Herzklappenfehlern. Bei Herzrhythmusstörungen stellt sich stets die Frage nach der Ursache, so Dr. Rossa. Ein isoliertes elektrisches Problem, das für die Herzrhythmusstörung ursächlich ist, tritt eher seltener auf. Die Diagnostik und Behandlung von Herzrhythmusstörungen hängt eingangs von der „Ursachenforschung“ ab: „Diese Ursachen müssen nicht unbedingt kardialer Genese sein, sondern können auch bei extrakardialen Erkrankungen wie z. B. einer Schilddrüsenüberfunktion und bei Elektrolytstörungen auftreten.

    Neben schnellen Herzrhythmusstörungen liegt ein anderer Schwerpunkt auf der Diagnostik von langsamen Herzrhythmusstörungen, die dann eine Herzschrittmacherversorgung zur Folge haben können. Bei malignen Herzrhythmusstörungen ist die Indikation für eine ICD-Versorgung zu prüfen. Dies geschieht in aller Regel im Krankenhaus. Eine Nachsorge wird in der Regel in enger  Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kardiologen gewährleistet.

    Wissenswert: Der Weltherztag ist eine Initiative der World Heart Federation (WHF), in der sich die Herzstiftungen und kardiologischen Fachgesellschaften von mehr als 100 Ländern zusammengeschlossen haben. Die Interessen von Deutschland werden von der Deutschen Herzstiftung e. V. vertreten. an. Der diesjährige Slogan der WHF „Use Heart to Connect“ soll dazu anregen, digitale Technologien wie Wearables (z. B. Smartwatches), Gesundheits-Apps oder Telehealth für Herz und Kreislauf zu nutzen, um so Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall wie Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht einzudämmen. (Quelle: www.herzstiftung.de)

  • 16.09.2021 | Spitzenmedizin zum Wohle der Bevölkerung

    Spitzenmedizin zum Wohle der Bevölkerung

    Salzwedel. Dr. med. Stefan Rossa ist Chefarzt der Klinik für Kardiologie im Altmark-Klinikum Salzwedel, zu der auch das Herzkatheterlabor gehört. Wir trafen ihn zu einem Gespräch

    Dr. Rossa, warum war es so wichtig, in Salzwedel ein Herzkatheterlabor einzurichten?
    Dr. Rossa:
    „Das Herzkatheterlabor, kurz HKL, oder die Kardiologie an sich dient primär der regionalen Versorgung der Bevölkerung. Sämtliche HKL in der Nachbarschaft sind jeweils ungefähr 60 Kilometer entfernt. Das heißt, die Rettungszeiten für den akuten Herzinfarkt, für die akute Gefäßrekanalisation, wären sehr lang. In einer Studie, in der die Rettung von Patienten mit Herzinfarkten und ähnlichen Krankheiten ausgewertet wurde, steht die westliche Altmark eher schlecht da. Vor diesem Hintergrund kam die Überlegung auf, ob man hier ein HKL einrichtet oder eine komplette Kardiologie aufbaut. Um eine Verknüpfung hinzubekommen, haben wir ein Diagnostikzentrum aufgebaut. Dazu gehört auch eine Telemetriestation in Kombination mit Notaufnahme und Intensivstation. Das HKL ist somit die dritte diagnostische Einheit, in der es darum geht, Patienten zu untersuchen und die Art der Erkrankung festzustellen.“

    Die Klinik und das HKL arbeiten eng mit Kliniken anderer Städte zusammen.
    „Ja natürlich. In der Region leben wenige Einwohner auf einer großen Fläche. Das HKL dient dazu, hier ein leitliniengerechtes Versorgungnetzwerk zu implementieren. Das heißt, es kann nie sein, dass Salzwedel eine isolierte lokalkardiologische Lösung darstellt, sondern wird immer in Kooperation mit umgebenen Kliniken wie in Wolfsburg oder Bad Bevensen arbeiten, damit die Diagnostik, das heißt, das Aufklären von Krankheitsmechanismen und deren Behandlung schnell von statten geht.“

    Wie stellen Sie sich die Zukunft Ihres Fachgebietes und Ihrer Arbeit in Salzwedel vor? Was würden Sie sich wünschen?
    „Dass die Bevölkerung das Angebot weiterhin gut annimmt und dass die Klinik dadurch einen Beitrag zur Standortsicherung in Salzwedel und im Klinikverbund leistet. Wichtig ist, dass man das Ganze nicht auf die interventionelle Kardiologie fokussiert, sondern dass es ein Gleichgewicht darstellt – aus  interventioneller Kardiologie, unserem medizinischem Diagnostikzentrum mit dem Ultraschallverfahren für Herz und Gefäße, für Rhythmusanalysen und den kardiooperativen Eingriffen im Bereich Eventrekorder, Herzschrittmacher, Defibrillation. Dafür ist auch eine zweite enge Kooperation notwendig, die wir bereits mit dem Neurologen in Gardelegen aufbauen, da eben im kardiologisch-neurologischen Formenkreis sehr viele Erkrankungen von beiden Fachrichtungen behandelt werden müssen. Außerdem konnten wir für das Altmark-Klinikum Salzwedel eine teleneurologische Funktionseinheit (ANNOTEM) errichten, damit können nun auch Patienten im neurologischen Formenkreis schnell und adäquat behandelt werden können. Das heißt, die Kardiologie in ihren Schnittstellen bezieht sich nicht nur auf rein kardiologische, sondern auf kardio-neurologische, kardio-operative Themen, und das immer auch in enger Zusammenarbeit oder in engem Kontakt mit niedergelassenen Kollegen. Diese haben wir in den letzten zwei Jahren sowohl in der altmärkischen Region als auch in angrenzenden Landkreisen aufgesucht und über die Notwendigkeiten und Schwerpunkte der stationären Versorgung der Region gesprochen. Die dabei  gewonnenen Gedanken, Hinweise und Anregungen flossen natürlich in zukünftige Strategien mit ein.“

Im Gespräch mit Dr. med. Stefan Rossa, Chefarzt der Klinik für Kardiologie mit Herzkatheterlabor

Weitere Nachrichten

  • 14.09.2021 | Ein Tag im Altmark-Klinikum Gardelegen - Wir begleiten die Frühschicht im Zentrum für Chirurgie

    Ein Tag mit Stationsleitung Franka Lenz im Altmark-Klinikum Gardelegen
    Wir begleiten die Frühschicht im Zentrum für Chirurgie

    Gardelegen. Morgens um halb sechs in Gardelegen. „Mein Dienst beginnt eine halbe Stunde vor Schichtbeginn“, erklärt Stationsleitung Franka Lenz und fügt hinzu: „Um mit dem Nachtdienst mehr als nur über die Übergabe zu sprechen. Dann ist das nicht so hektisch und für den persönlichen Austausch bleiben dann auch ein paar Minuten Zeit.“  Ein gutes Arbeitsklima und ein faires Miteinander sind der ausgebildeten Krankenschwester sehr wichtig. Das Persönliche sollte im stressigen Klinikalltag nicht zu kurz kommen. Das spiegelt sich ihrer Meinung nicht nur im Verhalten untereinander wider, sondern auch im Umgang mit den Patienten und ihren Angehörigen. Franka Lenz ist seit 2012 pflegerische Stationsleitung der früheren Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie und dann später vom Zentrum für Chirurgie.

    Während der Übergabe wirft sie einen Blick auf die so genannte Kittelliste: Dort sind alle aktuellen Patienten der Station tabellarisch aufgelistet. „Wenn wir ausgelastet sind, haben wir 3 Seiten.“ Mit dieser Liste verschafft sich das pflegerische Personal in kürzester Zeit einen Überblick und kann so auch während der Behandlungsprozesse oder in Rücksprachen mit den Ärzten sehr schnell reagieren. Heute früh sind 32 von 40 Betten auf der G2 vorrangig von älteren Menschen belegt. Auf die Frage nach dem Durchschnittsalter der Patienten sagt sie: „Die jüngste Patientin, die wir aktuell betreuen wurde 1970 geboren, die älteste 1927.“ Der größte Teil von ihnen wird aufgrund von orthopädischen Verletzungen wie z. B. Schenkelhals-  und Rippenfrakturen sowie Hüft- und Knie-TEPs (vollständiger Ersatz von Hüft- bzw. Kniegelenken) behandelt. Weitere Patienten werden wegen geplanten und ungeplanten Gallenoperationen sowie Darmtumoren medizinisch versorgt. Apropos Versorgung: Auch die Versorgung von chronischen Wunden an Beinen und Füßen von Diabetikern gehören zum Leistungsprofil des Zentrums für Chirurgie in Gardelegen.   

    Gleich zum Dienstbeginn teilt sie die Mitarbeiter der Frühschicht (Pflegekräfte, Pflegehelfer und Auszubildende) für ihre Bereiche bzw. Zimmer ein: Zur Morgenroutine auf Station gehören unter anderem Waschen, Pflege, Medikation und OP-Vorbereitung. Sie selbst begleitet in dieser Zeit die ärztlichen Visiten, die bis um 8 Uhr abgeschlossen sein sollten. Denn dann startet schon die erste Operation. Das heißt, bis dato müssen alle Patienten, die das betrifft, vorbereitet sein. So sind die Aufgaben auch dementsprechend aufgeteilt: Manche Pflegekräfte fahren die Patienten zum OP oder teilen Frühstück aus und sind bei der Nahrungsgabe behilflich. „Zwischendurch werden die Patienten auch zu weiteren Untersuchungen wie zum MRT und Röntgen gebracht oder die Verbände werden gewechselt.“

  • 02.09.2021 | 46 Azubis auf dem Weg zu ihrer Berufung

    Schülerinnen und Schüler von 13 Ausbildungsbetrieben an der Pflegeschule des Altmark-Klinikums in Salzwedel begrüßt

    An der Pflegeschule am Altmark-Klinikum in Salzwedel begann am 1. September für 46 Jugendliche, Frauen und Männer die Ausbildung zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann. Die Schulleiterin, Diplom-Medizinpädagogin  Kirsten Dobbert, und das Team der Pflegeschule begrüßten sehr herzlich die Schülerinnen und Schüler der Kurse GPS 21A und GPA 21B zum Ausbildungsstart.

    Passend zum neuen Lebensabschnitt und zum ersten Schultag gab es eine kleine Zuckertüte und eine Info-Mappe. Kirsten Dobbert stellte in der Begrüßung heraus, dass der Übergang in die Ausbildung eine der wichtigsten Phasen im Leben sei. Zudem seien Pflegefachfrau oder -mann nicht einfach nur Berufe, sondern Berufungen.

    Vor den Auszubildenden, die zwischen 16 und 53 Jahre alt sind, liegen nun insgesamt 2100 Stunden theoretische und 2500 Stunden praktische Ausbildung. 20 der Schülerinnen und Schüler, die überwiegend aus den Regionen um Salzwedel, Gardelegen und Klötze kommen, werden vom Altmark-Klinikum an die Schule delegiert. Zu den insgesamt 13 Ausbildungsbetrieben, die ihre Nachwuchskräfte an die Pflegebildungseinrichtung delegieren, gehören verschiedene Seniorenheime und andere medizinische Einrichtungen der Region, so unter anderem das Salus Fachklinikum Uchtspringe, das SozialCentrum Altmark in Klötze, das Seniorenzentrum Vita in Salzwedel, das Pflegeheim in Mieste, das Zentrum für soziale Psychiatrie in Salzwedel und die Residenz Valenta in Klötze.

  • 31.08.2021 | "Wir sagen aus tiefstem Herzen danke" - Zeugnisausgabe in der Pflegeschule

    Absolventen der Pflegeschule am Altmark-Klinikum erhalten Examenszeugnisse

    „Drei Jahre – wie ein Wimpernschlag vorbei“, brachte der Kursleiter des aktuellen Abschlussjahrganges der Pflegeschule am Altmark-Klinikum, Patrik Biele, die Ausbildung der frisch examinierten Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger auf den Punkt. Hatten sie im Jahr 2018 die Berufsausbildung in Salzwedel begonnen, erhielten sie nun ihre Abschlusszeugnisse.

    „Gestartet sind Sie mit 25 Schülerinnen und Schülern, von denen heute 15 hier sitzen und ihre Zeugnisse erhalten. Die anderen Teilnehmer sind, sagen wir, abhandengekommen oder noch unterwegs“, blickte Schulleiterin Kirsten Dobbert auf die vergangenen drei Jahre zurück. Im Jahr 2018 haben die Absolventen den Weg gewählt, der sie an die Erfüllung des Berufswunsches heranführen sollte, „heute können Sie voller Stolz sagen: Geschafft!“ Der Lohn dafür sind die Zeugnisse, die sie nach bestandenen schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfungen im feierlichen Rahmen überreicht bekamen und sie jetzt als staatlich examinierte Fachkräfte ausweisen. Besondere Ehrungen gab es für Anni Albrecht und Janin Fahrendholz, die mit einem Examensdurchschnitt von 1,2 die Jahrgangsbesten waren.

    Die Glückwünsche an die angehenden Pflegefachkräfte, von denen übrigens sechs im Altmark-Klinikum ihren beruflichen Werdegang fortsetzen, überbrachte unter anderem der Geschäftsführer der Salus Altmark Holding, Hans-Joachim Fietz-Mahlow. Er wies auf die sich ständig verändernden Bedingungen in der Gesundheitsversorgung hin. Als er vor mittlerweile 44 Jahren selbst die Ausbildung zum Krankenpfleger absolviert habe, seien die Patienten weit mehr als 20 Tage stationär betreut worden. „Heute sind es im Durchschnitt vier bis fünf Tage“, zeigte er auf und verwies auf die heutige schnelle Diagnostik, auf die Möglichkeit ambulanter Eingriffe aber auch auf das geänderte Anspruchsverhalten an die Gesundheitsversorgung.

    Dass „Pflege bedeutet Verantwortung zu übernehmen und viel mehr ist, als anderen zu helfen“, hätten sie während ihrer Ausbildung erfahren, machten Lea Dähre und Marie Krüger im Namen der Absolventen deutlich. Daran, „dass wir jetzt examinierte Pflegekräfte sind“, hätten viele Lehrkräfte und Praxisanleiter einen Anteil. Wie sehr sie über Kirsten Dobbert als neue Schulleiterin erfreut waren, die jetzt seit einem Jahr im Amt ist, stellten sie eindrucksvoll unter Beweis, indem sie sie vor Publikum krönten. „Mit Ihnen fand Kommunikation stets auf Augenhöhe statt. Wir sagen aus tiefstem Herzen danke, dass Sie gekommen sind.“

  • 20.08.2021 | Gallenleiden – eine der häufigsten Zivilisationskrankheiten

    Gardelegen.  Nahezu jeder kennt jemanden, der darunter leidet und seine Erfahrungen zum Besten geben kann: Gallensteine. Immerhin sind in Deutschland zwischen 15 und 20 Prozent der Erwachsenen davon betroffen. Somit ist Gallenleiden eine der häufigsten Zivilisationskrankheiten unserer Zeit. Die Ärzte am Altmark-Klinikum Gardelegen bestätigen das. Gallenoperationen gehören zum Tagesgeschäft der Chirurgen. Woran man Gallenleiden erkennt und welche Therapiemöglichkeiten es gibt, erfuhren wir im Gespräch mit dem Fachbereichsleiter  MUDr. Marek Pesl und dem Oberarzt Dr. medic.  Mugur Cotutiu, die im Chirurgischen Zentrum für die Allgemein- und Viszeralchirurgie verantwortlich sind.

    Wodurch werden Gallenleiden überhaupt verursacht, wie äußert sich das und wer ist am meisten betroffen?
    Dr. Cotutiu:
    In über 99 Prozent der Fälle werden die Beschwerden durch Gallensteine verursacht. Das äußert sich unter anderem durch plötzlich auftretende krampfartige Schmerzen nach dem Essen, die nicht selten mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen. Betroffen sind häufig Frauen über 40 Jahre, die übergewichtig sind und Kinder geboren haben. Aber auch jüngere Menschen und Männer können betroffen sein. Ab und zu gibt es auch Polypen oder unklare Strukturen der Gallenblase, die Leiden verursachen, aber das ist extrem selten.

    Wie entstehen Gallensteine überhaupt?
    Dr. Pesl:
    Zunächst einmal muss man wissen, dass Galle eine zähe Körperflüssigkeit ist, die in der Leber produziert wird. Die Gallenblase funktioniert wie ein Speicher, in der sich die Galle sammelt und dann zur Fettverdauung in den Zwölffingerdarm abgegeben wird. Gallensteine entstehen, wenn das Mischungsverhältnis der Stoffe des Gallensaftes nicht mehr im richtigen Verhältnis steht. Die hauptsächlichen Bestandteile des Gallensaftes sind Cholesterin, Gallensäure und Bilirubin. Aus Cholesterin bestehen die meisten Gallensteine.

    Und die verursachen dann die Probleme, wenn sie die Wege von der Gallenblase in den Darm versperren. Welche Therapiemöglichkeiten gibt es dann?
    Dr. Cotutiu:
    Nicht nur der Weg in den Darm kann versperrt werden, sondern es kann auch zu einer Stauung der Galle in der Leber kommen, das kann sehr gefährlich werden. Die einzig wirksame Therapie ist die operative Entfernung der Gallenblase.
    Dr. Pesl: Man kann zwar versuchen, die kleineren Steine mit Medikamenten zu lösen, aber das gelingt meistens nicht. Wenn man die Steine zertrümmern würde, wie man es bei Nierensteinen tun kann, müssten sie danach trotzdem den Gallengang passieren und können diese verstopfen. Das verursacht dann und andere Probleme, zum Beispiel eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Das kann dann unter Umständen eine tödliche Sache sein. Denn das Sekret der Bauchspeicheldrüse muss in den Darm gelangen, wenn es das nicht kann und sich anstaut, beginnt die Verdauung des eigenen Organes. Das ist sehr gefährlich.
    Dr. Cotutiu: Gallensteine sind im Grund eine eher kleine Krankheit, die unbehandelt jedoch große Komplikationen verursachen können. Wobei man Steine, die keine Beschwerden verursachen, nicht operieren muss.

    Ist eine Gallen-OP denn eine große Sache?
    Dr. Cotutiu:
    Nein, im Normalfall ist es ein relativ kleine Operation, die wir laparoskopisch (Schlüsselloch-OP, d. Red.) durchführen. Bei normalem Befund dauert eine OP zirka 30 Minuten. Danach bleibt der Patient noch zwei bis drei Tage in der Klinik.
    Dr. Pesl: Trotzdem darf man eine Gallenblasen-Operation nicht unterschätzen, sie ist dennoch sehr anspruchsvoll. Im Bauchraum befinden sich viele wichtige Strukturen, die unverletzt bleiben müssen. Wenn die Gallenblase ungünstig liegt, kann das zu einer großen Herausforderung für den Chirurgen werden. Eine größere OP kann es werden, wenn die Krankheit schon so weit vorangeschritten ist, dass die Wand der Gallenblase schon zerstört wurde. Der Stein hat sich in den Dünndarm reingebohrt und ist dort hängen geblieben. Dann kann es zu einem Darmverschluss kommen. Das sind Komplikationen, die nicht oft vorkommen, aber jeder von uns schon gesehen hat -  ein- bis zweimal pro Jahr. Das versorgen wir dann überwiegend auch minimalinvasiv.

    Also sollte man mit Beschwerden, die auf Gallenleiden hindeuten, lieber nicht zu lange warten einen Arzt aufzusuchen. Kann man der Gallensteinbildung irgendwie vorbeugen?
    Dr. Pesl:
    Eine gesunde Ernährung, Fettleibigkeit vermeiden, viel Bewegung, nicht rauchen und wenig bis kein Alkohol trinken können helfen. Wirklich vorbeugen kann man aber nicht. Manche Menschen haben bei gesundem Lebensstil auch einfach eine Neigung zur Steinbildung. Bei Frauen spielen auch die Hormone und Schwangerschaften eine Rolle.

    Können Patienten, denen die Gallenblase entfernt wurde, normal weiterleben?
    Dr. Cotutiu:
    Ja. Wer keine Gallenblase mehr hat, ist nicht beeinträchtigt. Praktisch funktioniert die Gallenblase wie ein Speicher. Zwischen den Mahlzeiten sammelt sich dort die Galle, die nach den Mahlzeiten in den Zwölffingerdarm ausgeschieden wird. Nach einer Entfernung der Gallenblase übernehmen die Gallenwege die Funktion.

    Vielen Dank für das Gespräch.

  • 16.08.2021 | Geriatrie ist Teamsache

    Gardelegen. Seit dem Jahr 2007 gibt es das Geriatrische Zentrum im Krankenhaus  Gardelegen. Aktuell werden dort jedes Jahr rund 500 Patienten betreut und behandelt. Wir trafen den Medizinischen Geschäftsführer und  Chefarzt Dr. med. Michael Schoof zu einem Gespräch.

    Was ist das Besondere an einem Geriatrischen Zentrum?
    Zu uns kommen Patienten mit einem durchschnittlichen Alter von 83 Jahren, die einer akut geriatrischen Komplexbehandlung bedürfen.  Das bedeutet, dass sie in der Regel 14 Tage stationär akut behandelt werden. Die Patienten sind äufig mit Mehrfacherkrankungen auffällig. Zusätzlich haben sie eine akute behandlungsbedürftige Erkrankung.

    Welches sind die häufigsten behandlungsbedürftigen Erkrankungen?
    Das sind Frakturen insbesondere des Oberschenkels, Herzschwäche, Hirninfarkte, also Schlaganfälle, Lungenentzündungen, Frakturen der Lendenwirbelsäule, des Beckens, der oberen Extremitäten und Hüftgelenksarthrosen. Hinzu kommen eine große Zahl von Begleiterkrankungen. Daher haben die Patienten häufig viele Medikamente.

    Welches Ziel hat die Behandlung?
    Es geht immer um den Erhalt oder die Wiederherstellung von Selbstständigkeit im alltäglichen Leben. Darum, die Möglichkeit der Selbstversorgung wieder herzustellen oder aufrecht zu erhalten, um vielleicht den Umzug in ein Heim zu verhindern. Oder auch darum, den Patienten so weit zur Genesung zu verhelfen, dass er eine Rehabilitationsmaßnahme beginnen kann.  Es ist erstaunlich, wie häufig die Behandlung tatsächlich von Erfolg gekrönt ist und die Patienten wieder selbstständiger werden.

    Was ist der Unterschied zu einer sagen wir mal „normalen“ Krankenhausbehandlung?
    Ziel ist immer, eine fallabschließende Behandlung während des Zeitraums des Klinikaufenthalts. Alle hier arbeiten im Team und die Pflege unterscheidet sich grundlegend von der Pflege auf anderen Stationen. Hier erfolgt eine aktivierende Pflege. Die Pflegekräfte gucken, was kann der Patient selbstständig und wo muss geholfen werden und leiten ihn an. Aber nicht so, dass die Pfleger das Waschen übernehmen. Sie geben eine Anregung, dass der Patient etwas erlernt, wieder mitmacht und selbstständig wird. Hinzu kommen psychologische Betreuung, Ergotherapie und Physiotherapie. Alle Maßnahmen für jeden einzelnen Patienten werden dann einmal wöchentlich im Team und mit Vertretern des Sozialdienstes und der Geriatriekoordinatorin besprochen. Da schauen wir, wie die Behandlung verläuft und welche Maßnahmen notwendig sind.

    Sind die Patienten häufiger männlich oder weiblich?
    Wir haben einen Anteil von 66 Prozent Frauen und 34 Prozent Männer. Die Frauen werden älter als die Männer,  das spiegelt sich auch in den Belegungsanteilen wieder. Die Zahlen sind deutschlandweit durchweg ähnlich.

    Warum sterben die Männer früher?
    Zum einen, denke ich, gehen sie sorgloser mit ihrer Gesundheit um. Das sieht man auch bei den Aktionstagen wie Diabetes- oder Herztag. 70 Prozent der Besucher sind Frauen und 30 Prozent Männer. Die Männer sind eher zurückhaltend, wenn es um Arztbesuche geht. Auch die Möglichkeit der Vorsorge wird von Männern seltener in Anspruch genommen.

    Und oben drauf die vielen Medikamente für jede einzelne Erkrankung.
    Genau. Die Patienten sind oft überversorgt. Als Geriater sagen wir, mehr als fünf Medikamente sind kontraproduktiv, weil es zu Interaktionen kommen kann. Insofern schauen wir, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, einige Medikamente abzusetzen und eine Priorisierung der Erkrankungen vorzunehmen.  Es gilt zu entscheiden, welche der vielen Erkrankungen prognosebestimmend ist.

    Also wird der Patient ganzheitlicher gesehen?
    Ja, genau so ist das. Hier ist Teamarbeit gefordert und ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit, um den Patienten in all seinen Facetten beurteilen zu können. 

    Sie müssen ein Stück weit mehr zuhören und Zeit mit Patientengesprächen verbringen.
    Ja, allein die Visiten sind zeitlich schon sehr ausgeprägt. Diese Zuwendung ist bestimmt auch etwas, was man im Geriatrischen Zentrum besser leisten kann. Die Patienten merken, bei allen, die hier arbeiten, dass die Kontaktaufnahme doch intensiver ist. Scheinbar Banales wie zuhören, wenn beispielsweise über die Familie erzählt wird, ist extrem wichtig.

    Stimmt es, dass manchem mit Zuwendung mehr geholfen ist als mit einer Tablette?
    Ja, manchmal ist das tatsächlich so.

    Vielen Dank für das Gespräch.

Unsere Ansprechpartnerin

  • Ivonne Bolle

    Pressesprecherin

    Telefon

    03901 88-7035 | 0174 6517855

    Adresse

    Brunnenstr. 1

    29410 Salzwedel