Pressekontakt

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Unsere aktuellsten Meldungen

  • 20.01.2023 | 9,9 Millionen Euro Fördermittel für das AMK

    9,9 Millionen Euro für zukunftsfähige Ausrichtung des Altmark-Klinikums: Ministerin Grimm-Benne überbringt Zuwendungsbescheid des Landes

     Gardelegen. Das Land Sachsen-Anhalt unterstützt das Altmark-Klinikum mit seinen Standorten in Gardelegen und Salzwedel aus dem Corona-Sondervermögen bei der Bewältigung der Pandemie-Folgen und zukunftsfähigen Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen. Den Zuwendungsbescheid in Höhe von rund 9,9 Millionen Euro überbrachte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne am Freitag (20. Januar 2023) in Gardelegen.

    Die Projekte beziehen sich u.a. auf die Neuausrichtung der baulich-funktionalen Umstrukturierung des Standortes Gardelegen unter Berücksichtigung der intersektoralen – d.h. ambulanten und stationären - pädiatrischen Versorgung sowie auf die Modernisierung der zentralen Notaufnahme und der intensivmedizinischen Behandlungseinheit in Salzwedel.  Dabei wird der hygieneoptimierten und infektionspräventiven Gestaltung von Gebäude- und Raumstrukturen hoher Stellenwert beigemessen. So sind in die baulichen Um- und Neuplanungen Pandemie-Erfahrungen eingeflossen, die beispielsweise die Lenkung von Patientenströmen sowie die Arbeitsabläufe des Personals betreffen. „Ziel der Förderung ist insbesondere die Entwicklung und Schaffung sektorenübergreifender Versorgungsstrukturen, also beispielsweise die Kombination und Verflechtung von ambulanten und stationären Leistungen im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin“, erklärte Ministerin Petra Grimm-Benne. „Die Finanzierung der Krankenhauslandschaft in Deutschland steht aktuell vor einer umfassenden Reform. In Gardelegen und Salzwedel gehen wir bereits die ersten Schritte, um gute und nachhaltige Strukturen für die Region zu entwickeln. Gerade im ländlichen Raum müssen wir eine gute medizinische Versorgung sicherstellen.“

    Ambulante und stationäre Pädiatrie Gardelegen künftig unter einem Dach 
    In diesem Sinne wurde ein Projekt zur baulichen Umstrukturierung des Krankenhauses in Gardelegen im Hinblick auf die künftigen Nutzungsmöglichkeiten multifunktional neu ausgerichtet und flexibilisiert. Damit verbessern sich insbesondere die räumlichen Rahmenbedingungen zur bedarfsgerechten pädiatrischen Versorgung. Durch die Ansiedlung von ambulanten und stationären Angeboten der Kinder- und Jugendmedizin unter einem Dach soll das intersektorale Arbeiten des Personals unterstützt werden. Bei der fach- und assistenzärztlichen pädiatrischen Versorgung werden Kooperationen mit der Klinikum Magdeburg gGmbH und dem Universtätsklinikum Magdeburg A.ö.R. Magdeburg zum Tragen kommen. Infektionspräventive Gesichtspunkte finden u.a. dadurch Berücksichtigung, dass die kinder- und jugendmedizinische Praxis über einen Außenaufzug separat erreichbar sein und über zwei Wartebereiche verfügen wird. Der Stationsbereich für Kinder und Jugendliche ist so konzipiert, dass hier in Abhängigkeit vom Bedarf auch die Versorgung von Patienten anderer Fachbereiche möglich sein wird. Die Grundrissaufteilung erfolgte unter planerischer Einbeziehung einer Bauhygienikerin, damit die Station bei einem Infektionsgeschehen teilweise oder als Ganzes isoliert werden kann.

    Modernisierung der zentrale Notaufnahme Salzwedel 
    Auch ein Projekt zur Umgestaltung der zentralen Notaufnahme und der intensivmedizinischen Betreuungseinheit am Krankenhaus Salzwedel folgt dem Ziel, das intersektorale ambulant-stationäre Arbeiten zu fördern und die Pandemie-Resilienz zu stärken. Die künftigen Raumstrukturen der zentralen Notaufnahme sind so geplant, dass die Patientenversorgung noch besser nach Schweregrad und Dringlichkeit differenziert werden kann, also beispielsweise eine getrennte Aufnahme von gehfähigen und liegenden Patienten möglich ist. Weiterhin ist die Anbindung einer Praxis für Innere Medizin/Allgemeinmedizin vorgesehen, um  z.B. diagnostische Möglichkeiten des Krankenhauses auf kurzem Wege nutzen zu können, unnötige stationäre Aufnahmen bei ambulant behandelbaren Notfällen jedoch zu vermeiden. Weiterhin zielen die baulichen Veränderungen darauf,  moderne Rahmenbedingungen für die Etablierung telemedizinischer Vernetzungen zu schaffen.

    Rückenwind für Zielbild-Umsetzung im Altmark-Klinikum 
    Nach den Worten von Jürgen Richter, Geschäftsführer der Salus Altmark Holding gGmbH,  verleiht die Landesförderung der Umsetzung des im Frühjahr 2022 beschlossenen Zielbildes für das Altmark-Klinikum nachhaltigen Rückenwind.  „Anknüpfend an bereits vollzogene Neuerungen, können wir die aktive Gestaltung des Wandels in der regionalen Gesundheitsversorgung fortsetzen“, verweist Jürgen Richter auf den Veränderungsbedarf, der u.a. durch anhaltende Fortschritte in der Medizin, steigende Qualitätsanforderungen, Bevölkerungsentwicklung, Digitalisierungspotenziale, Fachkräftegewinnung und wirtschaftliche Herausforderungen getrieben wird.

    Im Altmark-Klinikum geht es unter dem Leitmotiv „Wir für unsere Region“ neben verlässlichen Angeboten der Grund- und Notfallversorgung an beiden Standorten um die Stärkung des Miteinanders zwischen Gardelegen und Salzwedel. Dazu gehört beispielsweise, dass bei den planbaren Leistungen Spezialisierungen ausgebildet werden und ambulante mit stationären Angeboten stärker vernetzt werden. So steht z.B. am Krankenhaus Salzwedel ein stationärer Schwerpunkt für Kardiologie mit hochmoderner Ausstattung einschließlich Herzkatheterlabor zur Verfügung, während in Gardelegen seit Januar 2023 wieder ein verlässliches ambulantes Angebot geschaffen wurde. Auch die akutneurologische Behandlungseinheit Gardelegen in Vernetzung mit dem Salus-Fachklinikum Uchtspringe und dem  telemedizinischen Netzwerk ANNOTeM der Charité oder die Entwicklung eines Zentrums für Altersmedizin in Gardelegen sind Beispiele dafür, wie Herausforderungen der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum erfolgreich bewältigt werden können.

    Die Altmark-Klinikum gGmbH ist ein regionaler Gesundheitsversorger, der an den Standorten Gardelegen und Salzwedel zwei Akutkrankenhäuser der Grund- und Regelversorgung  mit insgesamt 387 Betten sowie ein angeschlossenes, standortübergreifendes MVZ vorhält. Das Klinikum befindet sich in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft und ist ein Unternehmen der Salus Altmark Holding gGmbH. Das Altmark-Klinikum verfügt über die Fachrichtungen Innere Medizin, Chirurgie, Kardiologie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Kinderheilkunde und Jugendmedizin sowie Anästhesiologie und Intensivmedizin. Ergänzt wird dieses Leistungsspektrum mit radiologischen Abteilungen, Belegabteilungen der HNO-Heilkunde sowie der Urologie.

     

  • 19.01.2023 | 2022 erblickten dreimal Zwillinge das Licht der Welt

    Mila, Paul und Max gehören zu den beliebtesten Vornamen im Altmark-Klinikum Salzwedel

    Salzwedel. Zum neunten Mal in Folge erblickten im Salzwedeler Altmark-Klinikum mehr als 400 Kinder das Licht der Welt. Das Team des Kreißsaales und der Geburtenstation begrüßte 405 neue Erdenbürger; davon dreimal Zwillinge.

    „Mehr als 80 Prozent kamen auf natürlichem Weg zur Welt“, berichtet Chefarzt Dr. med. Roberto Müller. Der Mediziner beobachtet, dass die Entbindungsmethode mit dem so genannten Kaiserschnitt seit Jahren in Deutschland immer häufiger angewandt wird. Die Gründe sind vielfältig. Eine niedrige Rate an Kaiserschnitten bei gleichem Ergebnis hinsichtlich der Gesundheit von Mutter und Kind durchzuführen, bedarf einer hohen Anstrengung durch ein funktionierendes Hebammen- und Ärzte-Team. „Deshalb sind wir auf diese geringe Rate an Kaiserschnitten auch stolz“, so der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Laut Ärztezeitung lag die deutschlandweite Kaiserschnittrate im Jahr 2019 bei 29,6 Prozent. Im Vergleich dazu unterschreitet das Altmark-Klinikum in Salzwedel mit 19,3 Prozent diesen Durchschnitt. „Eine Kaiserschnittrate von unter 20 Prozent ist inzwischen in Deutschland eine Rarität“, bilanziert der Chefarzt.  Die höchste Rate hatte 2019 das Saarland mit 34,8 Prozent, die niedrigste Sachsen mit 24,5 Prozent. 

    Unter den 405 Kindern, die in Salzwedel das Licht der Welt erblickten, waren 200 Jungen und 205 Mädchen. 58 Kinder, entsprechend 14,3 Prozent, waren zum Zeitpunkt der Geburt mehr als 4000 Gramm schwer. 23 Kinder waren leichter als 2500 Gramm, davon 2 Kinder unter 1500 Gramm. 

    Ein Blick ins Geburtenregister der Salzwedeler Klinik verrät, dass durch die Vielzahl von zwei- oder einmal vergebenen Vornamen, eine Rangliste nur schwer zu ermitteln ist. Dennoch stehen bei den Jungs Max und Paul mit jeweils drei Nennungen ganz weit oben. Danach folgen Matti, Jacob, Jannis, Ludwig, Aaron, Mats, Leon, Fritz, Moritz, Theo, Levi, Till, Linus und Johann auf dem zweiten Platz. Jeweils zwei Elternpaare hatten sich für einen dieser Vornamen entschieden.

    Bei den Mädchen ist das eindeutiger: Der Name Mila wurde im Vorjahr gleich fünfmal vergeben. Danach folgen Anastasia und Charlotte mit jeweils drei Nennungen. Den dritten Platz teilen sich Mira, Malia, Lina, Anneliese, Melina, Ronja, Aischa, Sophie, Liah, Clara, Lotta, Emma, Mathilda, Finja, Frieda und Helene.                                                                                                                                              

     

     

  • 12.01.2023 | Gemeinsames Kochevent verbindet Kollegen und Kulturen

    Salzwedel. "Das war eine sehr schöne Idee“, lobt  Angelika Mathes den kürzlich veranstalteten Kochabend mit den neuen Kolleginnen und Kollegen von den Philippinen. Die Diplom-Psychologin konnte als Patin für die seit Mai im Altmark-Klinikum Salzwedel tätigen philippinischen Pflegefachkräfte gewonnen werden.  Neben ihr ist auch der OP-Fachpfleger Mario Schnürer ebenfalls als Pate in Salzwedel verantwortlich. Die Paten standen gerade zur Anfangszeit mit Rat und Hilfe den neuen Kollegen aus dem fernen Land in ihrer Freizeit zur Seite. Um die Altmark, Kultur und Brauchtum kennen zu lernen, wurde unter anderem das Ökodorf in Poppau gemeinsam besucht und sich zu einem Barbecue philippinischer Art im Märchenpark Salzwedel getroffen.

    Für die fachliche Unterstützung während des Klinikalltages haben sich Kolleginnen und Kollegen von den Stationen bereit erklärt, als so genannte persönliche Mentoren die philippinischen Pflegefachkräfte zu begleiten. Eine davon heißt Gudrun Bollow. Sie ist bereits seit 33 Jahren im Klinikum beschäftigt. Von ihrem Schützling Maria Carmela Penaflorida erzählt sie begeistert:  „Maria ist eine freundliche, herzliche, sehr lernwillige und fleißige Mitarbeiterin“, und fügte hinzu: „Sie hat sich sehr gut in unser Team der orthopädischen Station eingelebt und sie ist auch sehr beliebt bei unseren Patienten.“ Das Team der Station organisierte gleich zu Beginn für Maria und ihre Mitstreiter jeweils ein Fahrrad aus privatem Fundus. Schwester Gudrun erzählte, dass sich Maria besonders für Schlösser interessiert. Sie war von den Besuchen des Schlosses Sanssouci und des Schlosses in Schwerin sehr begeistert. Und natürlich hat auch der Märchenpark in Salzwedel mit seinen Märchenschlössern einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Zum Geburtstag bekam sie einen Reiseführer mit „Schönen Kurzreisen“ in Deutschland geschenkt. Schwester Gudrun und das ganze Team sind gespannt, wo der nächste Ausflug hingeht und was Maria dann später begeistert berichten wird.

    Die Idee zu einem gemeinsamen Kochabend hatte Christin Weber.  Sie ist Projektkoordinatorin im Altmark-Klinikum und unter anderem für die Begrüßung und Ankunft (Onboarding) neuer Mitarbeitender verantwortlich. Die Ankunft der philippinischen Pflegefachkräfte lag ihr besonders am Herzen.  „Kochen verbindet“, sagte sie lächelnd. „Außerdem macht es Spaß, Menschen auf diesem Weg kennen zu lernen und man kann sich auch gleich von der philippinischen Küche inspirieren lassen“.  Die Mentoren, Paten und die neuen Kolleginnen und Kollegen zauberten gemeinsam ein leckeres Menü bestehend aus zwei philippinische Kreationen mit Hähnchenfleisch, mit Reis und einmal mit der typisch deutschen Beilage - der Kartoffel. Darauf folgte ein Tiramisu als Dessert und abschließend selbstgemachte Pralinen zum Mitnehmen.  

    Das Altmark-Klinikum Gardelegen hatte im vergangenen Jahr insgesamt sechs philippinische Pflegefachkräfte als neue Mitarbeitende begrüßt. Für sie soll um die Osterzeit ein gemeinsames Treffen mit ihren Mentoren und Kolleg*innen organisiert werden.

Im Gespräch mit Dr. med. Roberto Müller, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Altmark-Klinikum Salzwedel

Chefarzt Dr. Müller stellt unsere Geburtenstation in Salzwedel vor und gibt Hinweise zu den geltenden Hygienebestimmung aufgrund der Pandemiesituation.

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  • 30.12.2022 | Kardiologische Versorgung im FÄZ wieder gesichert

    Gardelegen. Die ambulante kardiologische Versorgung im Fachärztlichen Zentrum Gardelegen ist im neuen Jahr wieder gesichert. Beginnend am 2. Januar 2023, nimmt mit Ute Erdmenger eine erfahrene Fachärztin für Kardiologie und für Innere Medizin ihre Arbeit auf. Die Stelle war seit Jahresbeginn durch den Renteneintritt der Vorgängerin nicht besetzt. Ute Erdmenger, die zuvor in der kardiologischen Abteilung des Klinikums Dessau-Roßlau gearbeitet hat, wird im Altmarkkreis sowohl ambulant als auch stationär tätig sein: Unter dem Dach des Fachärztlichen Zentrums Gardelegen bietet sie an zwei Tagen in der Woche ihre Sprechstunden an und verstärkt im weiteren Teil ihrer Arbeitszeit das Team der Klinik für Kardiologie am Altmark-Klinikum Salzwedel. Die kardiologischen Sprechzeiten in Gardelegen sind montags von 9 bis 16 Uhr und dienstags von 8 bis 17 Uhr. Um lange Wartezeiten zu vermeiden, arbeitet die Praxis mit telefonischer Voranmeldung. Termine für fachärztliche Konsultationen bei Frau Erdmenger können unter der Telefonnummer 03907-791600 vereinbart werden.  

    Kurz informiert: Die Weiterentwicklung des Fachärztlichen Zentrums Gardelegen reiht sich ein in die Aktivitäten zur Umsetzung des Zielbildes für das Altmark-Klinikum.  Unter dem Leitmotiv „Wir für unsere Region“ geht es neben verlässlichen Angeboten der Notfall- und Grundversorgung an beiden Standorten um die Stärkung des Miteinanders zwischen Gardelegen und Salzwedel. Dazu gehört beispielsweise, dass bei den planbaren Leistungen Spezialisierungen ausgebildet werden und ambulante mit stationären Angeboten stärker vernetzt werden. So steht z. B. am Krankenhaus Salzwedel ein stationärer Schwerpunkt für Kardiologie mit hochmoderner Ausstattung einschließlich Herzkatheterlabor zur Verfügung, während in Gardelegen jetzt ein verlässliches ambulantes Angebot geschaffen wird. Die enge Zusammenarbeit macht es möglich, dass Patientinnen und Patienten in jeder Phase ihrer Erkrankung bedarfsgerecht versorgt werden können.

  • 20.12.2022 | Neue Strukturen in der Notaufnahme und in der interdisziplinären Intensivstation

    Notaufnahme wird zukünftig mit Betteneinheit geführt

    Salzwedel. Die Notaufnahme am Krankenhaus Salzwedel wird seit Anfang Dezember von Dr. med. Peer Lutz chefärztlich geleitet. Seit 2019 war der Internist im Verbund mit Chefarzt Dr. med. Helmut Hemeling als Doppelspitze für die Klinik für Innere Medizin und Intensivmedizin im Altmark-Klinikum Salzwedel verantwortlich. Die Neustrukturierung der Notaufnahme wird in diesem Zusammenhang von der ärztlichen Neuorganisation der Intensivstation (ITS) flankiert. Seitdem steht die ITS nun unter alleiniger ärztlicher Leitung der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin. „Für die Mitarbeitenden der Pflege und auch für die ärztlichen Kolleginnen und Kollegen wird es damit nur noch einen Ansprechpartner geben, wenn es organisatorische Belange fokussiert werden“, erklärt Chefarzt Dr. Rau. Unter seiner chefärztlichen Führung wird Oberarzt Dr. Markus Wiechmann als ärztlicher Leiter für die mit 14 Betten geführten ITS verantwortlich sein. Die Behandlung intensivpflichtiger Erkrankter wird gemeinsam mit den weiteren Kliniken wie z. B. Kardiologie, Innere Medizin und Chirurgie erfolgen.

    Dr. Peer Lutz war bereits vor seiner Funktion als Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und der Intensivstation als ärztlicher Leiter der Notaufnahme in Salzwedel tätig. In seiner neuen Funktion als Chefarzt der Notaufnahme wird der Facharzt für Innere Medizin, Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin von der Oberärztin Christa-Maria Tiedemann, Fachärztin für Innere Medizin, zukünftig unterstützt. Geplant ist, in der Notaufnahme eine kleine stationäre Abteilung mit 4 Monitoring-Betten zu führen. „Damit wird der stationäre Aufnahmeprozess entzerrt“, macht Chefarzt Dr. Peer Lutz deutlich. Generell soll mit der neuen Struktur, die ambulante und die stationären Aufgabenbereiche der Notfallambulanz patientenfreundlicher koordiniert werden. Diesen Prozess würde die Einrichtung einer Notfallsprechstunde sehr unterstützen. „So eine Sprechstunde wäre wünschenswert“ sagt er und fügt hinzu: „Der Bedarf ist bei dieser Vakanz offensichtlich.“ Aktuell fehlen laut Bedarfsplanung der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalts (KVSA) für Salzwedel 17,5 und für Gardelegen 5 KV-Sitze, um das ambulante Behandlungskontingent abzudecken. Auf seinen neuen Verantwortungsbereich freut sich der Mediziner: „Die Patienten sind immer sehr dankbar. Es ist eine sehr erfüllende Aufgabe, wenn durch rasche wegweisende Diagnostik und Einleitung der richtigen Therapie den Patienten geholfen werden kann.“

    Kurz informiert: Der Ausbau und die Weiterentwicklung der Notaufnahme und die neue organisatorische Ausrichtung der interdisziplinären Intensivstation am Altmark-Klinikum Salzwedel reihen sich ein in die Aktivitäten zur Umsetzung des strategischen Zielbildes für das Altmark-Klinikum.  Unter dem Leitmotiv „Wir für unsere Region“ geht es neben verlässlichen Angeboten der Notfall- und Grundversorgung an beiden Standorten um die Stärkung des Miteinanders zwischen Gardelegen und Salzwedel, indem beispielsweise bei den planbaren Leistungen Spezialisierungen ausgebildet werden. Zu weiteren Arbeitsschwerpunkten bei der Zielbild-Umsetzung gehören die Förderung intersektoraler Leistungsangebote (d. h. Vernetzung von ambulant und stationär) sowie der Ausbau systematischer Kooperationsbeziehungen mit Maximalversorgern, insbesondere mit der Uniklinik und dem Klinikum Magdeburg.  Unter Gewichtung personeller, baulicher und finanzieller Ressourcen sowie der Anforderungen eine hochwertige assistenzärztliche Weiterbildung wird der Wandel in der regionalen Gesundheitsversorgung aktiv gestaltet.

     

  • 19.12.2022 | Gesundheit im Blick: Der Lebensstil ist das Entscheidende

    Chefarzt Dr. med. Stefan Rossa erklärt im Gespräch, warum es wichtig ist, die Cholesterinwerte im Blick zu behalten

    Spätestens, wenn der Hausarzt nach einer Blutuntersuchung empfiehlt, den Cholesterinwert im Blick zu behalten, sollten Patientinnen und Patienten hellhörig werden und sich mit dem Thema auseinandersetzen. Was Cholesterin überhaupt ist und was passieren kann, wenn sich zu viel Cholesterin im Körper befindet, darüber sprachen wir mit Dr. med. Stefan Rossa. Der Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Interventionelle Kardiologie ist Chefarzt am Altmark-Klinikum Salzwedel.

    Was ist Cholesterin überhaupt? 
    Cholesterin wird umgangssprachlich oft als eines der „Blutfette“ im Körper bezeichnet. Es ist ein Baustoff, der für den menschlichen Organismus lebensnotwenig ist, um unter anderem die Zellmembran zu stabilisieren, Nervenfunktionen zu erhalten und Hormone zu bilden. Cholesterin nehmen wir mit der Nahrung auf. Zu einem weit größeren Teil wird das Cholesterin jedoch im Körper insbesondere in der Leber selbst hergestellt, was durch das mit der Nahrung aufgenommene Cholesterin zusätzlich reguliert wird.

    Dann ist es doch gut, wenn man viel Cholesterin im Körper hat, oder? 
    Allgemein ist bekannt, dass zu hohe LDL-Cholesterinspiegel zu den gefährlichen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören. Es kann zu Ablagerungen in den Wänden unserer Blutgefäße kommen. Mediziner sprechen von Arteriosklerose, also Verhärtungen, Verdickungen oder gar Einengung und Verschlüssen von Gefäßen. Auf lange Sicht kann dies das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen, wie etwa Schlaganfälle oder Herzinfarkte.

    LDL? Gibt es noch ein anderes Cholesterin? 
    Ja, HDL-Cholesterin. HDL bedeutet High Density Liporoteine und LDL bedeutet Low Density Liporoteine. HDL-Cholesterin sind Lipoproteine mit hoher Dichte. Low beschreibt hingegen eine geringe Dichte. Lipoproteine bezeichnen Eiweiße und Fette, die als Hauptbestandteile das Cholesterin umhüllen, damit sie von der Leber aus im Blut transportiert werden können. LDL-Cholesterin wird von der Leber in den Körper transportiert und HDL-Cholesterin aus dem Gewebe zurück zur Leber. Für gesundheitliche Probleme ist das LDL-Cholesterin verantwortlich.

    Und was macht man, wenn dieser Cholesterinwert zu hoch ist? 
    Zuallererst geht es darum, für den jeweiligen Patienten das kardiovaskuläre Gesamtrisiko abzuschätzen, also herauszufinden, wie wahrscheinlich es ist, an Herzinfarkt, Schlaganfall, oder arteriellen Durchblutungsstörungen zu erkranken. Je nachdem, wie hoch das kardiovaskuläre Gesamtrisiko ist, kann man schauen, inwieweit der Lebensstil und die Ernährung dafür mitverantwortlich sind.

    Was kann man tun, um das kardiovaskuläre Risiko möglichst niedrig zu halten? 
    In aller Regel wird die sogenannte Mittelmeerküche oder mediterrane Kost empfohlen. Diese enthält nur wenige tierische Produkte. Es sollte unter anderem auf frisches Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Fisch, Hülsenfrüchte und pflanzlichen Ölen mit ungesättigten Fettsäuren wie zum Beispiel Olivenöl geachtet werden. Zudem wirken ein Rauchverzicht und wenig Alkohol günstig. Bewegung mit möglichst regelmäßiger sportlicher Aktivität ist ebenfalls zu empfehlen. Eingeschränkt kann dies natürlich durch Vorerkrankungen sein. Das Körpergewicht sollte man genau wie den Blutdruck im Blick behalten.

    Nun sind ja nicht alle Menschen so diszipliniert. Was, wenn der Cholesterinwert doch aus dem Ruder läuft? 
    Gerade bei hohen Cholesterinwerten reichen allgemeine Maßnahmen oft nicht, um die LDL-Cholesterin-Werte ausreichend zu senken. Es sollte eine Abschätzung des kardiovaskulären Risikos durch den Hausarzt oder den behandelnden Facharzt erfolgen.  Dabei kann auch festgestellt, ob beispielsweise Hinweise auf eine Fettstoffwechselstörung vorliegen, die angeboren ist. Ein gesunder Lebensstil und die Einnahme von Cholesterinsenkern bilden den Schwerpunkt der weiteren Behandlung.

    Wenn Gefäße verengt oder verschlossen sind, helfen dann Medikamente? 
    Primär werden Statine bei einem zu hohen LDL-Cholesterinspiegel als Cholesterinsenker eingesetzt.  Sie reduzieren die körpereigene Bildung von Cholesterin und wirken entzündungshemmend und können Gefäßablagerungen in den Gefäßwänden der Blutgefäße stabilisieren. Bei Gefäßverschlüssen oder drohenden Gefäßverschlüssen ist dann allerhöchste Eile geboten, die auch zur notfallmäßigen Krankenhauseinweisung führen kann.

    Ist es möglich, Arteriosklerose zu verlangsamen oder zum Stillstand zu bekommen? 
    Man weiß heutzutage, dass eine typische nachhaltige Therapie unter Einhaltung von Zielwerten im Bereich der Cholesterinsenkung signifikante Effekte hat auf Morbidität (Erkrankungswahrscheinlichkeit, d. Red.) und Mortalität (Sterblichkeit, d. Red.) hat. Dieses ist natürlich in Kombination mit Lebensstil, Ernährungsumstellung und einer gegebenenfalls nötigen Gewichtsreduktion zu sehen. Als allgemeiner Richtwert des Körpergewichts gilt der sogenannte Body-Maß-Index, der in Abhängigkeit unter anderem von Geschlecht und Alter zwischen 20 und 25 Kg/qm betragen sollte. 

    Das heißt, je früher man es erkennt, dass etwas aus dem Ruder läuft und man sich an die Therapiegebote hält, umso größer sind die Chancen, die Sache in den Griff zu bekommen. 
    Das ist richtig. Man muss dabei unterscheiden zwischen einer Primärprävention und einer Sekundärprävention, also einer hauptsächlichen und einer nachrangigen Vorsorge. In aller Regel ist von dem behandelnden Arzt noch genauer zu klären, in welcher kardiovaskulären Risiko-Gruppe sich der Patient befindet. Daran lehnen sich dann auch die Therapieregime an. Wichtig ist, dass der Lebensstil das Entscheidende ist. Darauf baut jedwede medikamentöse Therapie auf. Denn man darf nicht unterschätzen, dass eine medikamentöse Therapie immer unter der Abwägung von Nutzen und Risiko sowohl beim jüngeren also auch älteren Patienten zu prüfen ist.

    Wichtig ist, dass man versteht, dass es Erkrankungen gibt, wie die koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Adipositas und andere, die das Risiko für Gefäßkrankheiten, Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöhen können. Und man muss verinnerlichen, dass es Risikofaktoren gibt, die man mit einem entsprechenden Lebensstil in den Griff bekommen kann.

    Wenn man das für sich selbst realisieren kann, dann ist man einen großen Schritt weiter.

    Vielen Dank für das Gespräch.

  • 05.12.2022 | Gesundheit im Blick: Dem Schmerz wirksam begegnen

    Medizinische Behandlungsvielfalt beinhaltet erfolgreiche Therapiemethoden im Altmark-Klinikum Gardelegen

    Chronische Schmerzen sind ein undankbarer Begleiter, die Lebensqualität ist oft stark eingeschränkt. Betroffene, die bereits mehrere Methoden und verschiedene Therapieansätze erfolglos hinter sich haben, werden im Fachbereich Schmerzmedizin unter ärztlicher Leitung von Dr. Dirk Frenzel im Altmark-Klinikum Gardelegen stationär behandelt. Wir trafen ihn zu einem Gespräch.

    Was bedeutet multimodale Schmerzmedizin?

    Es ist eine kombinierte stationäre, in der Regel etwa zwei Wochen dauernde Behandlung von Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzzuständen unter Mitwirkung von verschiedenen Fachdisziplinen wie Physiotherapie, Psychotherapie, Ergotherapie, Ernährungsberatung, Neurologie, Orthopädie, Radiologie und anderen.

    Wer wird behandelt?

    Es sind häufig Personen mit Abnutzungserscheinungen im knöchernen System, also beispielsweise Wirbelsäulenerkrankungen, Erkrankungen der Hüft- und Kniegelenke oder Patienten mit kombinierten muskulären Schmerzen, also mit Gang- und Bewegungsschmerzen. Viele unserer Patienten haben eine jahre-, manchmal sogar jahrzehntelange Schmerzkarriere hinter sich.

    Wie alt sind die Schmerzpatienten?

    Viele Patientinnen und Patienten sind zwischen 50 und 60 Jahre alt, also im arbeitsfähigen Alter, manche jünger, viele aber auch deutlich älter. Immer streben wir mit ihnen eine Schmerzreduktion und bessere Lebensqualität an.

    Und wie funktioniert das?

    Die Patienten, die sich mit Unterstützung des behandelnden Arztes mit Hilfe eines eigenen Formulars (zum Herunterladen auf unserer Homepage im Fachbereich Schmerzmedizin unter www.altmark-klinikum.de/krankenhaus-gardelegen) bei uns anmelden, haben Beschwerden, die sie erheblich beeinträchtigen und die manchmal auch zur Erwerbsunfähigkeit führen oder drohen dorthin zu führen. Es geht darum, eine Linderung und einen besseren Umgang für den Alltag mitzugeben. Wichtig für die Therapie ist, dass die Patientinnen und Patienten selbst bereit sind, aktiv mitzuwirken. Salopp gesagt, verschreiben wir nicht nur ein paar Pillen, sondern wir geben den Betroffenen - mit Psychotherapie, mit einer sehr guten Ergotherapie und Physiotherapie, einer exzellenten Pflege und u. a. auch mit Hypnosetherapie - Impulse, wie sie dem Schmerz wirksam begegnen können.

    Wir leiten unsere Patienten an, ihr eigener, bester Schmerztherapeut zu werden, weil niemand die Schmerzen so gut kennt und verspürt wie der Patient selbst. Durch beispielsweise Überbelastung verursachte Veränderungen von Gelenken und der Wirbelsäule können auch wir nicht rückgängig machen. Aber wir können zeigen, wie man damit besser umgehen kann und die Beschwerden günstig beeinflussen kann.

    Kann man Schmerzen nicht auch „wegoperieren“?

    Viele Betroffene haben aufgrund ihrer Schmerzen eine Odyssee an Operationen hinter sich und festgestellt, dass es mit der Operation nicht besser wurde. Sicher gibt es in bestimmten Fällen gute Indikationen dafür, zu operieren und beispielsweise ein neues Knie- oder Hüftgelenk einzusetzen, wenn Schmerzen da sind. Auch eine schwere Verengung des Wirbelsäulenkanals kann das sein. Aber nicht immer sind die Schmerzen nach der Operation (OP) weg. Dann ist der Patient enttäuscht und resigniert. Manche Patienten gehen von einer OP in die nächste, weil sie sich Besserung erhoffen. Die Wahrscheinlichkeit wird aber nicht größer. Unser Ansatzpunkt ist: Bevor man zur Schmerzlinderung einen körperverändernden Eingriff vornimmt, der nicht mehr rückgängig zu machen ist und von dem man nicht weiß, ob zu einer wirklichen Verbesserung führt, sollten alle konservativen Maßnahmen, die wir hier anbieten, ausgeschöpft werden. Auch damit man weiß, dass man alles probiert hat.

     

    Vielen Dank für das Gespräch.

    Erfahren Sie mehr über unseren Fachbereich Schmerzmedizin:

    www.altmark-klinikum.de/krankenhaus-gardelegen

    Kontakt: Doreen Krull

    Telefon: 03907 79-1276

    schmerzmedizin(at)altmark-klinikum.de

  • 20.11.2022 | Gesundheit im Blick: Die Leber leidet still

    Zum Deutschen Lebertag am 20. November macht Privatdozent Chefarzt Dr. med. Helmut Jablonowski auf Gesundheitsschädigungen durch übermäßigem Alkoholgenuss aufmerksam

    Der Deutsche Lebertag findet bundesweit am 20. November statt. Unter dem Motto „total zentral: Die Leber!“ möchte die Deutsche Leberstiftung in diesem Jahr auf die Bedeutung des zentralen Stoffwechselorganes des menschlichen Körpers hinweisen. Anlässlich dieses 23. Aktionstages informiert Privatdozent Dr. med. Helmut Jablonowski, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin im Altmark-Klinikum Gardelegen über Leberschäden, die durch verstärkten Alkoholkonsum entstehen können.

    Gardelegen. „Die Leber ist ein sehr wichtiges Organ des Körpers. Es ist die Chemiefabrik, ohne die nichts geht. Sie produziert unterschiedliche Eiweiße und Faktoren zur Blutgerinnung und ist das wichtigste Organ zur  Körperentgiftung“, macht Privatdozent Chefarzt Dr. med. Helmut Jablonowski deutlich.

    Das heißt, ohne Leber kann der menschliche Organismus nicht funktionieren. Selbst mit einer schwachen oder geschädigten Leber ist ein normales Leben nicht mehr möglich.  Im Gegensatz zu den meisten anderen Organen meldet die Leber im Schadensfall keine Schmerzen, sondern der so genannte „Leberschmerz“ bzw. das Symptom, das auf einen Leberschaden hinweisen könnte, ist auffallend die Müdigkeit. Alkohol ist neben Übergewicht mitunter der größte Feind der Leber. Denn Alkohol ist ein Zellengift. Was häufig nicht bedacht wird, ist, dass Alkohol nicht nur die Leberzellen, sondern auch alle weiteren Zellen des Körpers schädigt. Dazu gehören z. B. Nervenzellen und das Herz.

    „Nun sagt der Volksmund, kleinere Mengen Alkohol, das so genannte ‚Alkohol in Maßen‘, sei gut für den Körper. Von der medizinischen Seite her kann man sagen, dass der Körper des Menschen absolut ohne Alkohol auskommt“, gibt der Chefarzt zu bedenken. Im Zusammenhang mit Alkoholmengen gibt es natürlich auch Zahlen, die einen risikoarmen Alkoholgenuss beschreiben. Wichtig ist an dieser Stelle der Hinweis, dass die risikoarme Verträglichkeit von Alkohol bei Frauen etwa nur halb so groß ist wie bei Männern. Das liegt maßgeblich daran, dass Frauen eine geringere Konzentration eines alkoholabbauenden Enzyms in der Magenschleimhaut haben im Vergleich zu Männern. Ein risikoarmer Alkoholgenuss wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO bei Frauen mit täglich ein 1 Glas Bier 0,3 Liter oder 1 Glas Wein mit 0,125 Liter und bei Männern etwas das Doppelte, d. h. 0,6 Liter Bier oder 0,25 Liter Wein empfohlen.  Erwähnenswert ist an dieser Stelle, dass man durchaus daran denken sollte, alkoholfreie Tage einzulegen. Die Empfehlung lautet 2 alkoholfreie Tage pro Woche.

    „Wichtig ist daran zu denken, dass begleitende Schädigungen der Leber sich addieren“, so Chefarzt Dr. Jablonowski, Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie und Medikamentöse Tumortherapie und fügte hinzu: „So sind unbemerkte und bisher nicht diagnostizierte chronische Entzündungen der Leber, sei es eine chronische Leberentzündung vom Virustyp C oder eine chronische Leberentzündung vom Virustyp B, häufig Grundlage dafür, dass man schon bei deutlich geringeren Alkoholmengen – als oben angegeben - einen Leberschaden riskiert.“

    Das Altmark-Klinikum Gardelegen bietet eine umfängliche Diagnostik für Lebererkrankungen – in diesem Zusammenhang auch alkoholbedingte Lebererkrankungen – an. Chefarzt Dr. Helmut Jablonowski, der seit 1. März 2022 die Klinik für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Gastroenterologie leitet, ist in der Universitätsklinik Düsseldorf - einem bekannten Universitätszentrum für Magen-Darm- und Lebererkrankungen - ausgebildeter Hochschuldozent.

    So ist es auch jetzt in Gardelegen möglich, die Funktion der Leber genauer zu bestimmen und durch entsprechende Behandlungsmethoden zu verbessern, um auch Folgeerkrankungen wie ein Leberumbau durch Bindegewebe – eine sogenannte Leberzirrhose – frühzeitig zu erkennen. Ein rechtzeitiger Befund kann helfen, mit einer angepassten Therapie den Leberumbau umzukehren.

    Das Altmark-Klinikum Gardelegen plant in absehbarer Zeit eine Informationsveranstaltung unter ärztlicher Leitung von Privatdozent Chefarzt Dr. med. Helmut Jablonowski für interessierte Bürger der Stadt zu diesem Thema, um über Risiken, Prävention, Diagnose und Behandlung von Leberkrankheiten umfassend aufzuklären.

    Erfahren Sie mehr über unsere Klinik für Innere Medizin: www.altmark-klinikum.de/krankenhaus-gardelegen

     

     

     

  • 16.11.2022 | Gesundheit im Blick: Immer wieder eine neue Station

    Examinierte Pflegefachkräfte sind als Teil des Springerpools vielseitig einsetzbar

    Gardelegen. Heute Dienst in der Notaufnahme, morgen auf einer chirurgischen, vielleicht auch auf der Intensivstation. So ganz genau wissen die examinierten Pflegefachkräfte, die im Altmark-Klinikum Gardelegen im Springerpool arbeiten, nicht, was sie in jeder neuen Arbeitswoche oder an einem neuen Arbeitstag erwartet. Als sogenannte Springer werden sie von der Pflegedienstleiterin immer dort eingesetzt, wo gerade Not am Mann oder der Frau ist. So sollen unvorhersehbare Ausfälle, wie zum Beispiel durch Krankheit, aufgefangen werden. Auch bei längerfristigen Ausfällen unterstützen sie ihre Kolleginnen und Kollegen auf den entsprechenden Stationen oder in den Abteilungen.

    Auch wenn die acht Kolleginnen nur ganz selten als eigenes Team zusammenarbeiten, sehen sie sich als tolle Truppe. Evamaria Reuschel und Liane Viehmann, die seit der Gründung des Springerpools  im Jahr 2012 dabei sind, genauso wie Sophie Malisch und Sabrina Melzer, die seit dem vergangenen Jahr dazu gehören. Oder Kathleen Falkuß, die nach 27-jähriger Arbeit auf der Entbindungsstation einige Jahre außerhalb des Klinikums beschäftigt war und dann zurückgekommen ist.

    „Wir verstehen uns gut und freuen uns auf jeden neuen Arbeitstag“, heißt es aus der Runde während einer Teamsitzung mit der Pflegedienstleitung Sandra Giggel, der die Frauen direkt unterstellt sind. In regelmäßigen Abständen treffen sie sich, um die neuesten Informationen und Belehrungen zu erhalten und die Dienste zu planen.

    Damit sie die dort fehlenden Kolleginnen und Kollegen kompetent ersetzen, müssen sie flexibel und in den verschiedenen Fachgebieten fit sein. Gerade die Flexibilität ist es, die die Arbeit im Springerpool für die Frauen so besonders macht. „Die Abwechslung ist das Schöne“, sagen sie.

    Darüber hinaus bekommen die Springer „einen Blick über den Tellerrand“, meint Sandra Giggel. So könnten Abläufe, die auf einer Station besonders gut funktionieren, im Rahmen der Gegebenheiten auch auf andere übertragen werden. Grundsätzlich seien die Kolleginnen des Springerpools zufriedene und engagierte Mitarbeiterinnen, auf die sie sich verlassen könne. „Wir sind mit unserer Chefin auch sehr zufrieden“, kommt es unisono aus dem Team zurück. Dass sich alle so gut verstehen, liege auch daran, „dass wir nicht ständig miteinander auf Station arbeiten und dadurch weniger Reibungspunkte haben“. Bestimmt tragen auch die gemeinsamen Ausflüge oder Unternehmungen – mindestens einmal pro Jahr – zum guten Klima im Team bei. So viel steht für die Frauen jedenfalls fest. „Die Arbeit im Springerpool würden wir gegen keine andere tauschen wollen.“

  • 10.11.2022 | So früh wie möglich Ursachen für Entwicklungsstörungen finden

    Prof. Dr. Gerhard Jorch und Matthias Zander informierten im Altmark-Klinikum in Gardelegen

    Gardelegen. „Erzieherinnen und Erzieher in Kindergärten haben ein sehr gutes Gefühl für den Entwicklungsstand von Kleinkindern“, machte Prof. Gerhard Jorch während des Vortrages zum Thema „Entwicklungsstörungen bei Kleinkindern“ deutlich. Gemeinsam mit Matthias Zander, Pädagogischer Leiter der Frühförder- und Beratungsstelle des Diakonischen Werkes Altmark West e.V., informierte der Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin über Diagnostik und Fördermöglichkeiten für betroffene Kinder.

    Seiner Meinung nach haben Erzieherinnen und Erzieher einen besonders guten Blick dafür, weil sie wegen ihrer Tätigkeit sehr gut geschult sind. So können in regelmäßigen Abständen Auffälligkeiten, die sich in Entwicklungsverzögerungen oder -störungen zeigen, erkannt werden. „Es ist wünschenswert, so früh wie möglich, Entwicklungs-störungen zu finden“, so Prof. Jorch.  

    Prof. Dr. Gerhard Jorch ist Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit den Zusatzqualifikationen Neuropädiatrie, Neonatologie und Kinderintensivmedizin. Er hat vor einem Jahr die Neuropädiatrische Spezialambulanz im Altmark-Klinikum Gardelegen eröffnet und trägt damit zu einem großen Teil der speziellen pädiatrischen Versorgung in der Region bei. Der ehemalige Direktor der Universitätskinderklinik Magdeburg betreut zudem seit 2018 zwei Mutter-Kind-Zentren mit insgesamt 30.000 Geburten pro Jahr in China. In seiner Gardelegener Praxis widmet er sich vor allem der Behandlung von Kopfschmerzen, Entwicklungsstörungen, Anfällen, Bewegungsstörungen sowie von neurologischen Schäden nach einer Früh- oder Risikogeburt.

    Während seiner medizinischen Tätigkeit ist er auch als Gutachter tätig, um Mädchen und Jungen entsprechend ihres Förderbedarfes zu diagnostizieren. Zielführend dabei ist dann oft der integrative Status. Dazu arbeitet Prof. Jorch eng mit Matthias Zander von der Frühförder- und Beratungsstelle des Diakonischen Werkes Altmark West e.V. zusammen. Der Pädagogische Leiter machte auf die landesweite Notsituation von Betroffenen aufmerksam, denn mit einer Beantragung von Frühförderleistungen sind meistens lange Wartezeiten und Fahrtwege für Eltern und Kinder verbunden. Wichtige und unterstützende Institutionen zur Beantragung von Frühförderleistungen sind niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, Fachärzte für Kinderheilkunde (Pädiater), Kinder- und Jugendpsychiater, Neuropädiater, Amtsärzte, Fachkliniken, Sozialpädiatrische Zentren (SPZ); Zentrum für Entwicklungsdiagnostik und Sozialpädiatrie (ZEUS) niedergelassene Psychologen sowie Psychotherapeuten. „Deshalb war die Praxiseröffnung von Prof. Jorch für unsere Arbeit hier im Altmarkkreis Salzwedel ein Glücksfall“, sagte Zander. Damit habe sich unter anderem die Wartezeit auf eine diagnostische Untersuchung um Monate verkürzt. Ursache der langen Wartezeiten ist der Fachkräftemangel. „Wichtig ist die Etablierung und Ansiedlung von Fachärzten“, so Zander. In diesem Zusammenhang machte der Pädagogische Leiter auf die neue Homepage www.sofa-altmarkkreis.de aufmerksam. „Die Seite lebt vom Mitmachen. Jeder ist eingeladen sich zu präsentieren.“

  • 10.11.2022 | Gesundheit im Blick: Mammografie gehört zu den besten Methoden zur Früherkennung von Brustkrebs

    Chefarzt Dr. med. Uwe Lahnert erklärt im Gespräch die essentielle Bedeutung der Diagnostik von Mammakarzinomen

    Das Thema Mammografie kann bei vielen Frauen ungute wenn nicht sogar mulmige Gefühle auslösen. Eine bevorstehende Mammografie bringt es mit sich, sich mit dem Thema Brustkrebs auseinandersetzen zu müssen. Denn die Mammographie ist eine spezielle Röntgenuntersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs, dessen Vorstufen und auch anderer Erkrankungen der weiblichen Brust. Deutschlandweit gibt es jährlich rund 72.000 Neuerkrankungen und 17.000 Patientinnen sterben an Brustkrebs.

    Salzwedel. Warum die Mammografie wichtig ist und wie die Untersuchung abläuft, erörtern wir im Gespräch mit Dr. med. Uwe Lahnert, Chefarzt der Abteilung für Radiologie im Altmark-Klinikum Salzwedel.

    Dr. Lahnert, die Radiologie ist unter anderem ein Segment des zertifizierten Brustzentrums, das seit dem Jahr 2005 im Salzwedeler Krankenhaus ansässig ist. Sind Sie von Anfang an dabei?
    Nein, ich bin jetzt im 13. Jahr hier und habe damals die etablierte Struktur eines zertifizierten Brustzentrums vorgefunden, die sich mit dem großen Themenkreis der bösartigen Erkrankungen der weiblichen  Brust befasst. Diese Struktur haben wir fortgeführt und ausgebaut. Und die Basisdiagnostik bei Verdacht auf eine Brustkrebserkrankung ist in der Regel die Mammografie. Die Mammografie hat für die Frauen an vielen Stellen einen gewissen Schrecken. Da werden manchmal Informationen gestreut, die dramatisierend sind. Dem möchte ich an dieser Stelle entgegentreten. Es stimmt, dass die Brust bei der Untersuchung komprimiert wird und das ist sicherlich nicht angenehm. Frauen empfinden das individuell sehr unterschiedlich. Aber vor dieser Untersuchung braucht niemand Angst zu haben.

    Warum muss die Brust komprimiert werden?
    Weil davon die Bildqualität und die Aussagekraft der Untersuchung abhängen. Darüber hinaus wird auch die Strahlenbelastung entscheidend beeinflusst, die bei der Untersuchung auf die Brust einwirkt. Diese Kompression ist eine unangenehme Prozedur aber sehr wichtig, um die Brust möglichst vollständig erfassen zu können. Das Komprimieren fixiert die Brust, wodurch dann gleichzeitig auch vermieden wird, dass zum Beispiel durch die Atmung oder kleine Bewegungen Verluste in der Bildqualität entstehen, wie etwa Bewegungsunschärfe. Generell heißt das: Je dünner das durchstrahlte Objekt ist, desto detailreicher und schärfer lässt es sich abbilden. Das ist auch ein wichtiger Faktor für die Strahlenbelastung, je dicker die Brust ist, wenn sie aufgenommen wird, je höher ist die Strahlendosis. Daher ist das nichts, was gedankenlos oder unliebsam von unseren Mitarbeiter*innen bei den Patientinnen gemacht wird. Es hat mehrere Ziele: optimale Bildqualität, vollständige Erfassung der Brust und Senkung der Strahlendosis.

    Mammografie wird ja erst bei Frauen ab einem Alter zwischen 40 und 50 Jahre favorisiert, warum?
    Unter einem Alter von 40 Jahren wissen wir, dass die Brust erheblich strahlenempfindlich ist, weswegen die Indikationen, die dann zu einer Mammografie führen, ganz exakt und sehr eng gestellt werden. Bei Patientinnen unter 40 Jahren bringen wir vorwiegend den Ultraschall zum Einsatz und selbst bei einer sauber gestellten Indikation ist es so, dass wir erstmal mit dem Ultraschall anfangen. Wenn wir dann nach bestem Wissen und Gewissen den Eindruck haben, dass das Krankheitsbild mit einer Ultraschall-Bildgebung ausreichend geklärt ist, werden wir auch keine Mammografie durchführen.

    Warum wird die Mammografie ab dem 50. Lebensjahr als Früherkennungsuntersuchung empfohlen?
    Wir wissen, dass der Brustkrebs eine Erkrankung ist, die ab dem 50. Lebensjahr die erste Hochphase erlebt, das Risiko relativ hoch bleibt und sogar noch ansteigt. Das wird auch im Screening abgebildet, wo Patientinnen zwischen 50 und 70 Jahren die Untersuchungen bekommen, weil in der Zeit das Risiko an Brustkrebs zu erkranken am höchsten ist. Und der Therapieeffekt ist der Beste, wenn die Erkrankung früh gefunden wird. Wir wissen ebenfalls, dass das Brustkrebsrisiko auch nach dem 70. Lebensjahr auf hohem Niveau bleibt.

    Wie lange dauert eine Mammografie?
    Das ist individuell etwas unterschiedlich und hängt von der Größe der Brust ab. Die Mammografie einer sehr kleinen Brust ist kompliziert, ebenso die einer großen Brust. In aller Regel ist es eine Untersuchung, die bei einer geübten Fachkraft, und davon haben wir einige, in fünf Minuten erledigt ist.

    Dann ist es ja schnell vorbei und der Schmerz dann bald vergessen.
    Ja. Es ist auch so, dass der Mammomat, so heißt unser Gerät, so fortschrittlich ist, dass er anhand hinterlegter Algorithmen selbst die komprimierte Dicke und Kraft der nötigen Komprimierung misst und steuert. Sobald die Aufnahme abgeschlossen ist, löst sich die Kompression automatisch. Wir haben viele Zusätze für das Gerät, um Spezialaufnahmen vorzunehmen. Auch Vergrößerungssaufnahmen sind möglich, wenn es um die ganz kleinen Verkalkungen geht, die eine Herausforderung sind, aber eine zentrale Rolle in der Diagnose spielen. Auch wenn es darum geht, verdächtige Stellen gezielt abzubilden, haben wir alles Nötige  zur Verfügung.

    Und auch das einfühlsame Personal, die den Patientinnen die Angst nimmt? 
    Das ist natürlich der Vorteil, den wir haben. Dass wir nicht wie bei einer Reihenuntersuchung 50 Frauen vor der Tür stehen haben, die alle drankommen wollen, weil sie zum Screening eingeladen sind. Wir haben natürlich etwas mehr Zeit und gehen sehr individuell auf die Frauen ein.

    Wie läuft die Terminvergabe? 
    Unsere Patientinnen kommen überwiegend über die Frauenärztinnen und -ärzte. Dann wird auch bei der Terminvergabe berücksichtig, ob ein bösartiger Verdacht vorliegt. Das sind für uns quasi Notfälle, die wir zeitnah abarbeiten. Dann durchlaufen die Frauen ihre Mammografie und, wenn erforderlich, ergänzend die Ultraschalluntersuchung. Sollte sich ein Verdacht bestätigen, leiten wir auch gleich alles Weitere ein, damit die Frau so schnell wie möglich ihren weiteren Weg gehen kann, zur Probenentnahme und so weiter.

    Wie lange dauert es bis, ein Ergebnis feststeht? 
    Bei uns erfährt die Patientin zumindest, ob wir es für erforderlich halten, dass eine Probeentnahme nötig ist, weil wir nicht ausschließen können, dass ein bösartiger Befund vorliegt. Das geschieht natürlich sehr einfühlsam. In aller Regel bekommen die Frauen dann im Brustzentrum innerhalb einer Woche den Termin zur Probeentnahme (Biopsie) und dann ist am Ende der Woche nach der Biopsie in aller Regel der Befund bekannt.

    Gibt es einen Grund, warum zwischen 50 und 70 Brustkrebs  so häufig auftritt? 
    Es  ist die Statistik, die uns das sagt. Wir wissen nicht genau, warum das so ist. Es sind aber neben dem Lebensalter viele Faktoren bekannt, die das Risiko von Brustkrebs erhöhen. Da gibt es familiäre (also genetisch bedingte) Häufungen. Einnahme weiblicher Sexualhormone, Ernährungsgewohnheiten, Übergewicht sind einige weitere Risikofaktoren. Brustkrebs ist immer noch die häufigste bösartige Tumorerkrankung bei der Frau, auch wenn andere Krebserkrankungen aufholen. Statistisch sind 32,1 Prozent aller weiblichen Krebserkrankungen Brustkrebse. Eine Frau hat im Laufe ihres Lebens ein Risiko von etwa 8 bis 10 % an Brustkrebs zu erkranken. Das bedeutet, dass  acht bis zehn von 100 Frauen im Laufe ihres Lebens Brustkrebs bekommen. Dabei sind auch die miterfasst, die die Diagnose hochbetagt bekommen und letztendlich nicht an Brustkrebs sterben, sondern aus anderer Ursache. Und es sind auch die erfasst, die Genmutationen haben, die Brustkrebs stark begünstigen. Bei Genmutationen kann das Lebenszeitrisiko auf bis zu 80 Prozent ansteigen. Das ist schon ganz erheblich. Diese Frauen werden auch meistens im Rahmen besonderer Untersuchungsprogramme betreut, weil man sehr viele Dinge berücksichtigen muss, die man so nicht in jeder Praxis leisten kann.

    Was raten Sie Frauen, die eine Einladung zum Screening bekommen? 
    Auf jeden Fall annehmen und hingehen. Wir haben nichts Besseres, was sich im erforderlichen Umfang in der Früherkennung und Diagnostik von Brustkrebs praktikabel anwenden lässt. Es ist eindeutig belegt, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern international, dass die Heilungschancen umso besser sind, je früher die Krankheit entdeckt wird.

    Und wenn Frauen Sorgen wegen der Strahlenbelastung haben? 
    Dazu ist zu sagen: Natürlich ist eine Mammografie ein Röntgenverfahren, da gibt es eine Strahlenbelastung. Wir wissen alle, dass Röntgenstrahlen krebserzeugend sein können. Wir bewegen uns bei der Mammografie aber immer noch im Niedrigdosisbereich, wie es auch in der gesamten übrigen Röntgendiagnostik ist.
    Physikalisch verursacht eine Mammografie in zwei Ebenen, so wie es der Standard ist, eine Strahlendosis von vier Milligray (4 mGy) pro Brust, was mit dem Gewebewichtungsfaktor 3, der die Strahlenempfindlichkeit der Brust einfließen lässt, multipliziert quasi die biologisch wirksame Dosis ergibt: 12 Millisievert (12 mSv).
    Wenn eine Frau z. B.: alle zwei Jahre eine Mammografie im Rahmen des Screenings bekommt, erhöht sich dadurch ihr Lebenszeitrisiko für Brustkrebs gemäß wissenschaftlich begründeter Modellrechnungen um 0,0024 Prozent.

    Vielen Dank für das Gespräch.

Unsere Ansprechpartnerin

  • Ivonne Bolle

    Pressesprecherin

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