Gardelegen/Salzwedel. Der erste Blutdruckwert, die erste Blutzuckermessung, der erste Verband. Was bislang im Unterricht besprochen und geübt wurde, bekommt plötzlich eine ganz andere Bedeutung. Denn jetzt geht es um echte Patientinnen und Patienten. Nach sieben Wochen Theorie hieß es für den Pflegenachwuchs des Altmark-Klinikums: Raus aus dem Klassenzimmer, rein in den Stationsalltag. Insgesamt 21 angehende Pflegefachkräfte beginnen ihren ersten Praxiseinsatz, neun am Standort Gardelegen und zwölf in Salzwedel. Ein bisschen Herzklopfen war natürlich dabei, schließlich ist der erste Tag auf Station etwas Besonderes.
In Gardelegen wurden acht der neun Nachwuchskräfte von Kai-Michael Neubüser, zentraler Praxisanleiter, und Pflegedienstleiterin Sandra Giggel herzlich begrüßt. Ein Auszubildender konnte am ersten Tag entschuldigt nicht teilnehmen. „Der erste Praxiseinsatz ist immer etwas außergewöhnlich. Plötzlich stehen unsere Auszubildenden vor Situationen, die sie bislang nur aus dem Unterricht kennen. Natürlich ist da auch Aufregung dabei. Entscheidend ist, dass sie neugierig bleiben, Fragen stellen und wissen, dass sie jederzeit Unterstützung erhalten“, erklärt Neubüser. Und Fragen gibt es reichlich. Wie läuft eine Schicht ab? Worauf kommt es bei der Versorgung der Patienten an? Und wie behält man den Überblick, wenn auf Station gerade einiges gleichzeitig passiert?
Am Standort Salzwedel nahmen die zentrale Praxisanleiterin Sandra Hinz und die dezentrale Praxisanleiterin Arite Lemme von der Klinik für Kardiologie die zwölf Auszubildenden in Empfang. Auch hier war die Neugier deutlich zu spüren: „Niemand erwartet, dass nach sieben Wochen Theorie schon jeder Handgriff sitzt. Viel wichtiger ist uns, dass die Auszubildenden Vertrauen in ihre Fähigkeiten entwickeln, sich ausprobieren und mit jeder neuen Erfahrung sicherer werden. Es ist schön, sie dabei zu begleiten und zu erleben, wie sie Schritt für Schritt in ihren Beruf hineinwachsen“, sagt Sandra Hinz.
Und zu erleben gibt es einiges. Blutdruck und Blutzucker messen, Verbände versorgen, Vitalzeichen kontrollieren und Patienten bei der Mobilisation unterstützen: Die ersten praktischen Handgriffe gehören bereits zum neuen Alltag der Auszubildenden. Natürlich immer unter fachlicher Anleitung. Doch Pflege ist weit mehr als das Beherrschen medizinischer und pflegerischer Abläufe. Es geht auch darum, Veränderungen wahrzunehmen, aufmerksam zuzuhören, Ängste ernst zu nehmen und selbst in hektischen Situationen den Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren. Manches wird auf Anhieb gelingen, anderes braucht ein wenig Übung. Und manchmal ist es vielleicht gerade ein freundliches Wort oder ein dankbares Lächeln, das am Ende eines langen Tages besonders in Erinnerung bleibt.
Für die 21 Auszubildenden hat damit ein spannender Abschnitt ihrer beruflichen Entwicklung begonnen. Aus theoretischem Wissen werden praktische Erfahrungen, aus anfänglicher Unsicherheit wächst mit jedem Tag ein Stück mehr Routine. Und wer weiß, vielleicht erinnern sie sich in einigen Jahren, längst als examinierte Pflegefachkräfte, noch ziemlich genau an ihren allerersten Tag auf Station.
Wer sich ebenfalls für einen Beruf in der Pflege im Altmark-Klinikum interessiert, kann im Rahmen eines Praktikums am Altmark-Klinikum erste Einblicke in den Stationsalltag gewinnen, die Pflegeteams kennenlernen und herausfinden, ob dieser vielseitige Beruf den eigenen Vorstellungen entspricht.
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