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„Movember“: Männergesundheit im Fokus

Im Rahmen des „Movember“ engagiert sich Anja Mráček, Fachärztin für Urologie, für Aufklärung und Vorsorge rund um Männergesundheit.
Urologin Anja Mráček vom Fachärztlichen Zentrum ruft im Aktionsmonat zur Vorsorge auf.

Gardelegen. Fakt ist, Männer gehen deutlich seltener zur Vorsorge als Frauen. Und das kann gefährlich werden. Laut dem Robert Koch-Institut wird in Deutschland jährlich bei rund 65.000 Männern Prostatakrebs diagnostiziert, Tendenz steigend. Die gute Nachricht: Wird die Erkrankung früh erkannt, liegen die Heilungschancen bei über 90 Prozent. Trotzdem scheuen viele Männer den Gang zum Arzt. 

Im Rahmen des internationalen Aktionsmonats „Movember“ möchte Anja Mráček, Fachärztin für Urologie im Fachärztlichen Zentrum Gardelegen, Männer ermutigen, offener mit ihrer Gesundheit umzugehen und Vorsorgeuntersuchungen ernst zu nehmen. „Ich erlebe immer wieder, dass Männer erst dann zu uns kommen, wenn Beschwerden schon länger bestehen“, erklärt Anja Mráček. „Dabei ist Prävention der einfachste Weg, um schwerwiegende Erkrankungen zu vermeiden. Ein Termin kann Leben retten.“

Männergesundheit ist mehr als nur die Prostata
Prostatakrebs ist zwar die häufigste Krebserkrankung bei Männern, doch Anja Mráček betont, dass Vorsorge weit über diesen Bereich hinausgeht. „Wir sehen in der Praxis zunehmend auch Themen wie Hormonveränderungen, Erektionsstörungen oder Probleme beim Wasserlassen. Diese Beschwerden sind kein Tabuthema, sondern gehören zur Männergesundheit genauso dazu wie körperliche Fitness und seelische Stabilität.“

Aktuelle Studien zeigen, dass rund 30 Prozent der Männer über 50 unter Harnwegsbeschwerden leiden. Hinzu kommen Lebensstilfaktoren wie Bewegungsmangel, Übergewicht und Stress, die das Risiko für viele Erkrankungen erhöhen. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für die psychische Gesundheit: Immer mehr Männer geben an, sich gestresst oder ausgebrannt zu fühlen, sprechen jedoch selten darüber.

Fünf Expertentipps von Anja Mráček

  1. Regelmäßige Vorsorge ab 45 Jahren. Männer mit familiärer Vorbelastung sollten bereits ab 40 zur urologischen Untersuchung gehen.
  2. Körperliche Signale ernst nehmen. Beschwerden beim Wasserlassen, Schmerzen oder Blut im Urin sind Warnzeichen.
  3. Hodenvorsorge nicht vergessen. Besonders junge Männer zwischen 20 und 40 Jahren sollten ihre Hoden regelmäßig selbst abtasten.
  4. Gesunder Lebensstil schützt. Bewegung, ausgewogene Ernährung und Gewichtskontrolle sind zentrale Bausteine für Gesundheit.
  5. An die seelische Gesundheit denken. Stress, Erschöpfung oder Ängste sollten ernst genommen und offen angesprochen werden.

„Gesundheit ist kein Tabuthema und auch keine Frage des Alters“, betont Anja Mráček: „Wer zur Vorsorge geht, zeigt Stärke und Verantwortungsbewusstsein.“

Hintergrund: Der „Movember“ ist eine weltweite Initiative, die seit 2003 Männergesundheit in den Mittelpunkt stellt. Ziel ist es, auf Krankheiten wie Prostata- und Hodenkrebs sowie psychische Erkrankungen aufmerksam zu machen und Männer zu einem bewussteren Umgang mit ihrer Gesundheit zu motivieren.