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„Weißt du noch im ersten Jahr …“

Die Ausbildung geschafft, das Berufsleben vor sich. Vor 25 Jahren stellte sich der Abschlusskurs vor dem Krankenhaus Salzwedel zum gemeinsamen Foto auf.
Ein anderer Ort, ein neuer Hintergrund, die vertrauten Gesichter. 25 Jahre später stehen die ehemaligen Auszubildenden in ähnlicher Aufstellung zusammen, flankiert von ihrer damaligen Schulleiterin Karin Schulze und ihrem Praxisanleiter Detlef Kirste. Der Zusammenhalt ist geblieben.
25 Jahre nach ihrem Examen blicken ehemalige Pflegeschüler des Krankenhauses Salzwedel auf ihre Ausbildungszeit zurück.

Salzwedel. Fotoalben, Fotokisten und ein Abschiedslied, das plötzlich wieder ganz vertraut klingt: „Weißt du noch im ersten Jahr …“ sangen sie damals zur Melodie von „So schmeckt der Sommer“. Als die angehenden Krankenschwestern und Krankenpfleger 2001 ihre Ausbildung am Krankenhaus Salzwedel beendeten, ahnten sie wohl kaum, wie lange ihr Zusammenhalt sie begleiten würde. 25 Jahre später sitzen sie wieder zusammen. Zu erzählen gibt es reichlich, obwohl sie sich regelmäßig sehen. 1998 hatte ihre gemeinsame Ausbildungszeit begonnen. Schon nach drei Wochen stand die erste Feier an: Das Krankenhaus Salzwedel beging sein 110-jähriges Bestehen. Auch die bestandene Probezeit wurde gebührend gefeiert. „Gefeiert wurde schon immer gern“, sagt Sandra Köhler. Unvergessen ist etwa der 40. Geburtstag ihres Praxisanleiters Detlef Kirste. Er und die damalige Schulleiterin Karin Schulze begleiteten den Kurs nicht nur durch die Ausbildung, sondern waren auch bei den außerschulischen Treffen von Anfang an dabei. Zum 25-jährigen Jubiläum kamen selbstverständlich beide. Karin Schulze ist seit 2018 im Ruhestand und fühlt sich mit ihrer früheren Wirkungsstätte weiterhin eng verbunden. Detlef Kirste wurde erst kürzlich bei der jüngsten Zeugnisausgabe von Geschäftsführer Jürgen Richter in den Ruhestand verabschiedet.

15 Auszubildende gehörten damals zur Klasse, alle kamen aus dem Krankenhaus Salzwedel. Anders als heute, da die Pflegeschule Auszubildende verschiedener Träger unterrichtet, teilten sie nicht nur den Klassenraum, sondern auch den Ausbildungsalltag im selben Haus. Gemeinsame Dienste, erste Erfahrungen auf den Stationen und die Vorbereitung auf die Prüfungen verbanden sie. Besonders gern erinnert sich Sandra Köhler an den Unterricht mit den Ärzten des Krankenhauses: „Es war eine großartige Sache, dass wir von Ärzten unterrichtet wurden.“ Sebastian Brunkau ist der faire Umgang innerhalb des Kurses in Erinnerung geblieben. Dass auch die Tochter der Pflegedienstleitung zur Klasse gehörte, habe daran nichts geändert: „Es gab keine Extras für sie. Es war immer fair.“ Für fünf aus der Runde ist das Krankenhaus Salzwedel bis heute der Arbeitsplatz geblieben: Susann Weiß, Monique Reinhardt, Volker Reinhardt, Sandra Köhler und Kathrin Woltermann. Auch die anderen sind ihrem Beruf überwiegend treu geblieben. „Fast alle sind noch in der Pflege tätig“, sagt Grit Fredecke.

Wie selbstverständlich der Kontakt über all die Jahre geblieben ist, zeigt sich an den regelmäßigen Treffen. Sandra Köhler, Babett Schwieger, Kathrin Woltermann und Sebastian Brunkau bilden den festen organisatorischen Kern und halten die Runde zusammen. Kathrin Woltermann vermutet, dass ihr Kurs zu den wenigen gehört, die noch immer nahezu vollständig zusammenkommen. Selbst größere Entfernungen hielten die ehemaligen Mitschüler nicht davon ab. Grit Fredecke nahm auch während ihrer Zeit in der Schweiz die Fahrt zu den Wiedersehen auf sich. Inzwischen lebt sie wieder in Deutschland. Sebastian Brunkau kehrte nach Jahren in Stuttgart in sein Heimatdorf Ackendorf zurück. Eine fehlt allerdings in der Runde: Sabine, die vor wenigen Jahren verstorben ist. Bei jedem Treffen erinnern sich ihre ehemaligen Mitschüler an sie. Sie hat die gemeinsame Zeit und die Menschen in diesem Kurs mitgeprägt. In ihren Erinnerungen und Geschichten bleibt sie eine von ihnen.

Beim Jubiläumstreffen wurde zwischen alten Bildern und vielen Gesprächen auch das Abschiedslied wieder hervorgeholt. „Weißt du noch im ersten Jahr …“ war damals ein Rückblick auf drei Ausbildungsjahre. Heute verbinden sich damit Erinnerungen an ein Vierteljahrhundert, an gemeinsame berufliche Anfänge und an Freundschaften, die geblieben sind. Und weil sie sich längst viel öfter sehen als nur zu den großen Jubiläen, wird auch die nächste Gelegenheit zum Wiedersehen nicht lange auf sich warten lassen.