Früherkennung.
Salzwedel. Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Der Oktober steht deshalb weltweit als sogenannter Pinktober im Zeichen von Vorsorge, Früherkennung und der Situation betroffener Frauen. Der Begriff verbindet die Farbe Pink, die international für Brustkrebsaufklärung und Solidarität mit Betroffenen steht, mit dem Monat Oktober. Catrin Michelfeit, Fachkrankenschwester für Brusterkrankungen (breast nurse) im Brustzentrum des Altmark-Klinikums in Salzwedel, nimmt den Aktionsmonat zum Anlass, um auf die Bedeutung von Früherkennung aufmerksam zu machen und einen Einblick in die Begleitung von Patientinnen mit Brustkrebs zu geben.
Eine Brustkrebsdiagnose verändert von einem Moment auf den anderen vieles. Neben medizinischen Fragen entstehen häufig Sorgen, Unsicherheit und ganz praktische Fragen zum weiteren Alltag. Catrin Michelfeit begleitet Patientinnen während dieser Zeit und ist für viele von ihnen eine wichtige Ansprechpartnerin.
Was beschäftigt Frauen nach der Diagnose Brustkrebs erfahrungsgemäß zuerst?
Catrin Michelfeit: „Das ist sehr unterschiedlich. Viele Frauen stehen zunächst einfach unter Schock. Sie hören das Wort Krebs und haben sofort ganz viele Gedanken im Kopf. Wie geht es jetzt weiter? Was bedeutet die Diagnose für mich und meine Familie? Muss ich operiert werden? Verliere ich meine Haare? In dieser Situation hilft es oft schon, jemanden zu haben, der zuhört, Fragen sortiert und erklärt, was als Nächstes passiert. Nicht alles muss an einem Tag geklärt werden.“
Welche Unterstützung bietet eine Fachkrankenschwester für Brusterkrankungen den Patientinnen ganz konkret?
Catrin Michelfeit: „Ich begleite die Patientinnen während ihrer Behandlung und bin eine feste Ansprechpartnerin für viele Fragen, die zwischendurch entstehen. Dabei geht es nicht nur um medizinische Abläufe. Manchmal sind es ganz praktische Dinge, manchmal Ängste oder Sorgen, über die eine Patientin sprechen möchte. Mir ist wichtig, dass die Frauen wissen: Sie müssen mit ihren Fragen nicht allein bleiben. Wenn ich selbst nicht weiterhelfen kann, vermittle ich die richtigen Ansprechpartner.“
Was möchten Sie Frauen im Pinktober besonders mitgeben?
Catrin Michelfeit: „Brustkrebs ist eine Erkrankung, die jede Frau treffen kann. Deshalb wünsche ich mir, dass Frauen ihren Körper kennen und Veränderungen ernst nehmen. Vorsorge und Früherkennung sind wichtig. Und wenn tatsächlich eine Diagnose gestellt wird, möchte ich den Frauen Mut machen, Fragen zu stellen und Unterstützung anzunehmen. Es gibt heute sehr gute Behandlungsmöglichkeiten und niemand muss diesen Weg allein gehen.“
Im Brustzentrum im Altmark-Klinikum Salzwedel arbeiten viele Berufsgruppen eng zusammen. Neben den behandelnden Ärztinnen und Ärzten gehören dazu Pflegepersonal, Sozialdienst, Psychologinnen und Physiotherapie. Auch Schwester Annegret Oleschkowitz aus der Chemoambulanz ist für viele Patientinnen eine wichtige Ansprechpartnerin und begleitet sie über einen längeren Zeitraum durch die Therapie.
Gerade bei einer Brustkrebserkrankung zeigt sich, wie wichtig dieses Zusammenspiel ist. Medizinische Behandlung, pflegerische Begleitung, Gespräche und Unterstützung im Alltag greifen ineinander. Vieles lebt dabei vom persönlichen Engagement der Menschen, die die Patientinnen auf diesem Weg begleiten, insbesondere auch von den Ärztinnen, die mit viel Einsatz und Erfahrung im Brustzentrum tätig sind.
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